Konflikte im Team: Der Chef lässt sich entschuldigen!


Ein Team ist ein Team.

Und Führungskräfte sind Teil des Teams, Teil der Situation, Teil des Konfliktes. Immer. Es gibt keine Ausnahmen. Wirklich nicht. Es ist daher egal, ob Sie Chef oder Chefin meinen, den oder die Vorgesetzten, die Führungskraft oder den/die TeamleiterIn. Auch in diesem Fall sind alle mitgemeint:

Führungskräfte haben Anwesenheitspflicht in Konfliktsituationen!

Konflikte lösen: Der Chef lässt sich entschuldigen!

Immer wieder tauchen folgende Anfragen aus dem weiten Ozean der Unsinnigkeiten auf:

“Ich möchte gerne, dass Sie mit meinen (direkten) Mitarbeitern einen Workshop zum Thema Konflikt/Streit durchführen, aber ich selbst möchte nicht dabei sein.”

Nach dem Grund für diese Entscheidung gefragt, sind die Antworten:

  • Die Führungskraft meint, ihr eigenes Wissen ist ausreichend.
  • Die Mitarbeiter haben das Problem, nicht die Führungskraft.
  • Keine Zeit.
  • Die Führungskraft fühlt sich nicht verantwortlich.
  • Die Führungskraft kann nicht gut mit Konflikten umgehen und möchte das Thema deshalb delegieren.


    Liebe Führungskräfte, liebe Chefinnen, liebe Chefs!

Womit fange ich euch ein und wickel euch um den kleinen Finger, damit ihr versteht:
Sofern ihr Teil des Teams seid, sind alle Ausreden fehl am Platz. Ich mag sie nicht mehr hören, eure Vorwände, eure Ausreden, alle in der Hoffnung, mit mir auf einen weichgespülten Menschen zu treffen, der euren Weg mitgeht.

Wie könnt ihr von euren Mitarbeitern verlangen, dass sie sich der Situation stellen, dass sie Klartext reden, Konflikte klären und ein, so sagt ihr meistens, Stück die Hosen runter lassen, wenn ihr selbst eben diese voll habt?
Was seid ihr für Menschen, die von anderen etwas erwarten, was sie selbst nicht erfüllen wollen?
Seit wann wird eine Treppe von unten gekehrt?

Also, hört endlich auf, mir meine Zeit mit diesen Ausreden zu rauben! Ihr seid Teil des Teams, Teil der aktuellen Situation, Teil des Konfliktes.

Bis bald!


Übrigens: Ich bin nicht der Meinung, dass eine Führungskraft die Konflikte im Team für ihre Mitarbeiter klären sollte. Aber dazu an anderer Stelle mehr.


Konflikte mit dem Chef: Wie vermeide ich einen Konflikt mit ihm oder ihr?

Vermeiden bedeutet, dem Konflikt nicht entstehen zu lassen und ihn fernzuhalten. Sie können daher versuchen, den Konflikten aus dem Weg zu gehen,

  • indem Sie es allen Menschen recht machen.
  • Die eigenen Bedürfnisse auf den letzten Platz der Prioritätenliste setzen, sich selbst also nicht ernst oder wichtig nehmen.
  • Weiterhin könnten Sie versuchen, wie die Fahne im Wind, den Menschen immer zustimmen und
  • auf keinen Fall widersprechen.
  • Keine eigene Meinung haben, geschweige denn einen anderen Blickwinkel einnehmen, ist immer hilfreich, kurzum:
  • Sich auf den Kopf stellen, mit den Beinen wackeln und ein lustiges Lied singen.

Dumm jedoch, dass Sie es trotz aller Bemühungen auf Dauer nicht schaffen werden, Konflikte und Streitsituationen mit Mitarbeitern und/oder der Führungskraft zu verhindern. Es ist auf Dauer unmöglich Konflikte zu vermeiden, wenn Sie mit Menschen arbeiten.

Im besten Fall gibt es also keine Vermeidungsstrategie, denn die Gegenfrage ist:

  • Was bringt es Ihnen, wenn Sie den Konflikt nicht haben?
  • Keinen Ärger, keine Auseinandersetzung?
  • Keine nervenden Diskussionen?

Wie gehe ich Konflikten mit Vorgesetzten aus dem Weg?

Sie ignorieren ihn, lächeln, obwohl sie wütend sind, sagen „Ja“, obwohl Sie Nein“ meinen, ärgern sich weiter heimlich, nerven Ihre Freunde mit dem Thema. Aber Sie bleiben tapfer und würdigen den Konflikt keines Blickes und Sie ahnen es: So wird sich die Situation nicht klären. Ganz im Gegenteil. Mit Ihrer Art, die Konflikte nicht zu lösen, tragen Sie zur Eskalation bei. Sie sind Teil des Spiels, ob Sie wollen oder nicht. Insofern ist es sinnvoll, das eigene Ruder und damit die Verantwortung zu übernehmen.
Selbst wenn Sie nur mit wenigen Menschen täglichen Kontakt haben, so werden Sie niemals auf Dauer den Konflikten aus dem Weg gehen können. Aber stellen Sie sich vor, es gäbe doch eine Möglichkeit und alle oben genannten Punkte würden dazu der Realität entsprechen:

  • Wie hoch wäre der Preis, den Sie für ein Leben ohne Konflikte zahlen?
  • Wäre er es Ihnen wert? Ist er es bereits?
  • Und wie ist das mit dem Punkt der Entwicklung? Kämen Sie persönlich voran, wenn es keine Konflikte gäbe?

Konflikte sind groß, stark und meistens unangenehm: kein Mensch mag sie gerne, ganz gleich, was wir uns einreden, welche Vorteile sie haben. Und deshalb wird es vielleicht Zeit, sich nichts mehr vorzugaukeln, sondern dem eigenen Konfliktverhalten auf die Schliche zu kommen.

Wir haben Konflikte mit unserem Chef. Wer ist dafür verantwortlich?

Alle. Und keiner. Manchmal Sie, manchmal Ihr Kollege, Ihr Mitarbeiterin, dann wieder Sie. Und, was bringt Ihnen diese Erkenntnis nun? Was haben wir davon, wenn wir wissen, ob und wer den Konflikt verschuldet? Wir können den Zeigefinger erheben, der andere darf seinen Kopf senken und so gehen wir als Richterinnen und Richter durch die Welt. Wird die Konfliktsituation dadurch besser?

  • Recht oder Unrecht, ist das immer die entscheidende Frage in Konflikten?
  • Suchen Sie selbst nach dem Unrecht der anderen Menschen, springen Sie gerne auf den Fehlerzug Ihrer Mitmenschen?
  • Hilft das? Fördert es eine Lösung?

Es gibt sicher Situationen, in denen wir verärgert sind, weil andere Menschen einen Fehler gemacht haben, es zu Missverständnissen kam, was auch immer. Aber es kommt dann auch die Zeit, in der wir wieder auf den Teppich kommen sollten, um im besten Fall die Situation nicht eskalieren zu lassen. Verharren wir zu sehr in dieser „Du bist schuld!“ Situation, haben wir meistens ein ganz anderes Problem.

Wie ist Ihre Meinung?