Konflikte lösen am Arbeitsplatz. Praktisches Konfliktmanagement.



Konfliktmanagement unterteilt sich in zwei Welten...

Theorie und Praxis.

Die eigene Karriere wird maßgeblich beeinflusst vom Umgang mit schwierigen Situationen und Konflikten. Weiterbildungen gibt es wie Sand am Meer, Ratgeber ohne Ende, das Netz ist voller Tipps. Die können Sie lesen, inhalieren oder links liegen lassen. Denn am Ende zählt wirklich nur die Umsetzung.


Konflikte lösen im Büro und im Job

Böse Zungen behaupten, dass Konflikte im Büro und am Arbeitsplatz völlig normal sind. Noch bösere meinen, (agile) Teams sind ein einziger Konflikt. Im besten Fall ist natürlich beides Quatsch und Sie handeln besser.

Konfliktmanagement bedeutet auf der einen Seite viel Theorie, die auf der praktischen Seite viel zu wenig eingesetzt wird. Es gibt unzählige Bücher, Seiten und Artikel zu diesem Thema, selten werden Sie vermutlich etwas völlig Neues erfahren. Um bei den bösen Zungen zu bleiben:

Wer sich selbst und seiner Karriere und Zielen nicht im Weg stehen will, der sollte theoretisch einiges über Konflikte wissen.
Und es praktisch umsetzen.

Definition

Unter Konfliktmanagement werden unterschiedliche Maßnahmen zusammengefasst.

Die Verhinderung eines Konfliktes gehört sehr sicher nicht dazu. :)

Das oberste Ziel des Konfliktmanagementes ist eine systematische Auseinandersetzung mit Konflikten - und der Konfliktlösung- im unternehmerischen Kontext. Das ist die Theorie. In der Praxis gibt es nur wenige Unternehmen, die ihre Konfliktkosten wirklich im Blick haben. Stattdessen wird lieber in agile Methoden, neue Tools neue Mitarbeiter investiert. In Hinblick auf die eigene Karriere ist es gut, nicht nur um die Theorie des Konfliktmanagements zu wissen, sondern es praktisch und persönlich auch umzusetzen. Nicht nur als Führungskraft. Aber eine solche sollte beide Seiten beherrschen, da sie selbst nicht nur ihre eigenen Konflikte lösen muss, sondern auch als Unterstützung ihren Mitarbeiter*innen dient.

Die Folgen: Was tun, wenn es im Büro knallt?

Reibungen erzeugen theoretisch Wärme, praktisch nervt jeder Streit, raubt Zeit und Energie. Wenn Sie das Netz nach Tipps zu "richtig streiten" durchstöbern, dann werden Sie vermutlich nichts lesen, was Sie nicht schon kennen. Kein Tipp, der neu ist, kein Impuls, der Sie wirklich noch aufhorchen lässt. Kein Text, der Sie aufstehen lässt, um zu handeln. Die Lösung des Teamkonflikts, des Streits, liegt auch in Ihrer persönlichen Hand und die Haltung entscheidet sehr viel mehr über den Ausgang als es es vielen Menschen lieb ist.

Am Arbeitsplatz

Handeln. Wenn Sie in Ihrem (betrieblichen) Umfeld Konflikte haben, wenn u.U. die Konfliksituationen wirklich schon normal sind, wenn aus Mitarbeitern längst Parteien geworden sind, dann wird es Zeit, dass Sie - und/oder Ihr Team- sich bewegen. Die wenigsten Teams schaffen das ohne externe Begleitung. Die meisten Teams eiern unnötig lange herum, um diesen Schritt zu gehen. Im schlimmsten Fall haben Sie als Bonus noch eine konfliktscheue Führungskraft. Oder Sie sind es selbst. Theoretisch weiß man also alles, praktisch ...

Konfliktphasen

Auftakt, Aufmerksamkeit, Dialog, Lösung, Abschluss. Sich selbst und andere führen. Ist doch alles ganz leicht. In 5 Schritten gehen Sie konstruktiv durch das Chaos. In Ihren Träumen, wenn überhaupt.

Natürlich gibt es diese Phasen, natürlich sind sie sinnvoll, aber die wenigsten Teams schaffen das alleine. Die wenigsten Kollegen bzw. Parteien können sich so an einen Tisch setzen und "mal eben" ihre Konflikte lösen. Es klappt einfach nicht. Am Anfang geben sie sich noch Mühe, doch dann fallen zwei bis drei Aussagen und - zack- schon toben die falschen Interpretationen, Unterstellungen und gekränkten Egos durch den Meetingraum. Es ist normal, sagt man, es ist sogar verständlich. Um aber aus der Theorieschleife zu kommen, benötigt man fast immer einen externen Coach und/oder Mediator. Einen, der Leitplanken setzt, der beim Wesentlichen bleibt, der die Theorie kennt und bei der praktischen Umsetzung unterstützt. Und das - zumindest in meinen Augen - nicht nach dem Schema F, sondern individuell, mit der benötigten Zeit und viel Erfahrung.

Konfliktarten

So wie es unterschiedliche Konfliktarten gibt, sind auch die Menschen in ihrem Umgang mit schwierigen Gesprächen und Situationen verschieden. Es ist sicher nicht ratsam, Menschen in Schubladen zu stecken, um sie zu kategorisieren, es kann jedoch hilfreich sein, um Andere besser zu verstehen, besonders, wenn sie ganz anders reden und handeln als man selbst.

Konflikttypen

Menschen sind unterschiedlich und ihre Art, in und auf Konflikte zu reagieren ebenso. Achtung, Schubladendenken!

Konfliktmanagement: Methoden

Mediation:

Ein freiwilliges Schlichtungsverfahren bei nahezu allen Konflikten. Damit aus Parteien wieder Kollegen werden - im besten Fall (wieder) ein gutes Team. Der Mediator bzw. die Mediatorin ist zur Überparteilichkeit verpflichtet und trifft keine Entscheidungen, denn das können die Medianten sehr viel besser - auch wenn sie momentan den Eindruck haben, Lichtjahre von einer Lösung entfernt zu sein. Sie selbst wissen die Lösung, das ist Teil des Konzeptes. Der Mediator / die Mediatorin bietet den Beteiligten Unterstützung bei der Findung der Lösung.

Supervision

Einzelpersonen, Gruppen/Teams und Organisationen lernen in der Supervision, ihr berufliches oder ehrenamtliches Handeln zu prüfen und zu verbessern. Inhalte sind u.a. die praktische Arbeit, die Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen Mitarbeiter und Klient, Kunde bzw. Patient, die Zusammenarbeit im Team oder auch in der Organisation.
Supervision kann ebenso für Führungskräfte und Organisationen genutzt werden. Eine Konfliktlösung für viele Teams, die sich immer wieder bewährt.

Coaching

Meistens ist ein Konflikt der Anlass für ein Coaching, weshalb "Konfliktcoaching" theoretisch ein etwas wirrer Begriff ist - der sich eingebürgert hat. Coaching kann jede Einzelperson für sich persönlich und jedes Team in Anspruch nehmen, die Anlässe dafür liegen im Berufsalltag oft auf der Hand.

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