Konflikte im Team: Zickenkrieg, dicke Luft und schlechte Stimmung



Entwicklung statt Optimierung.
Und statt aber.
Für statt gegen.
Lösung statt Problem.

Theoretisch: alles ganz leicht.
Praktisch:


Konflikte im Team: Tipps

Ich wette, dass Sie eigentlich alle Tipps kennen, richtig? Die viel interessantere Frage ist daher:

  • Was fehlt Ihnen zur Lösung?
  • Was fehlt dem Team?
  • Woher bekommen Sie Unterstützung?
  • Wie kommen Sie endlich in die Umsetzung?

Aber gut, Fragen wollten Sie vermutlich keine, los geht es also mit dem Text. (Wenn Sie die Fragen dennoch interessant finden, lesen Sie am Ende des Textes mehr dazu.)

Konflikte im Team: Was tun?

Lösen.

Ich bleibe dabei: Sie wissen alles. Sie kennen jede Antwort, die auf zig anderen Seiten auch steht. Viel interessanter ist also, was Sie hindert, in die Umsetzung zu kommen. Oder was die Kollegen hindert, in die Umsetzung zu kommen. Sofern Sie dies alles schon probiert haben, greifen hier etliche theoretische Kommunikationsmodelle, die Ihnen lang und ausführlich erklären, wer momentan in welcher Falle sitzt, wer welche Befürchtungen oder Ängste hat, wie blöd der Vorgesetzte ist oder wie anstrengend dieses "agile" arbeiten ist. Aber auch das wissen Sie bereits alles, richtig?

Wie entstehen Konflikte im Team?

Je nach Stabilität des Teams reicht es bereits aus, wenn das Ego eines Kollegen nicht beachtet wird, wenn ein Projekt schief läuft oder wenn aus einem Teammitglied die neue Vorgesetzte wurde. Interpretationen, eigene Befindlichkeiten, Missverständnisse: Am Ende der ganz normale Wahnsinn, das ganz normale Leben.

Konflikte im Team bearbeiten

Konflikte sind Arbeit: an sich, der Form des Gespräches, Strukturen, eingetretenen Pfaden. Und selbstverständlich sind auch noch Gefühle im Spiel, ob man das nun will oder nicht.
Eigentlich wissen Sie um alle Tipps, die jetzt folgen. Die wichtigste Frage ist und bleibt daher:

Was kostet es, Sie den Konflikt nicht zu lösen?

  1. Vereinbaren Sie einen Termin: Sie lösen keinen offenen Konflikt zwischen Tür und Angel, nicht in der Kaffeeküche oder Kantine, wenn etliche Menschen um Sie herumstehen. Vereinbaren Sie mit dem Kollegen oder dem Team einen Termin. Sagen Sie, worum es geht. Es geht um das persönliche Gespräch, ganz egal, ob mit einer Führungskraft oder einer Kollegin.

  2. Nehmen Sie sich Zeit: Und zwar wirklich. Alle Geräte ausschalten, vielleicht verlassen Sie sogar das Gebäude und suchen sich einen neutralen Raum oder gehen einfach in den Park nebenan. Wirkt manchmal schon kleine Wunder.

  3. Klärung vorab: Klären Sie für sich den offenen Konflikt vorab. Was wollen Sie ansprechen, was ist Ihnen wichtig? Haben Sie schon eine Lösungsidee, die Sie vorschlagen wollen? Was verbindet Sie mit Ihrem Kollegen noch, wieso ist Ihnen eine Lösung wichtig?

  4. Bleiben Sie entspannt: Wenn das gar nicht möglich ist, sollten Sie das Gespräch lieber gar nicht führen oder die Karten wirklich auf den Tisch legen. Erzählen Sie, wieso Sie mit der Situation Schwierigkeiten haben, was Ihnen Probleme macht, wieso Sie sich in die Ecke gedrängt fühlen.

  5. Ausreden lassen: Lassen Sie einfach mal sacken, was Ihr Gegenüber Ihnen sagt und gehen zur Abwechslung nicht in die Verteidigung oder Rechtfertigung. Hören Sie wirklich mal zu. Ich bin mir sehr klar, dass das extrem schwierig ist, aber zählen Sie einfach mal bis 5 bevor Sie antworten. Selbstverständlich ist das ein theoretischer 08/15 Tipp, aber eingefahrene Wege verlässt man manchmal besser, wenn man einen kleinen Trick anwedet, solange es noch möglich ist.

  6. Konfliktlösung: Kommen Sie zu keiner Einigung, holen Sie sich externe Unterstützung. Und das zügig. Ich kenne Menschen, die haben Jahre mit diesem Schritt gewartet, was nie zur Verbesserung der Situation geführt hat.

Konflikte im Team lösen

Erkennen Sie den offenen Konflikt:

  • Es wird eher geschrieben, als mal eben über den Flur zu gehen?
  • Mittagspausen werden nicht mehr gemeinsam verbracht?
  • Informationen werden nicht mehr ausgetauscht?
  • Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt?
  • Es wird gelästert?
  • Produktivität ist ein Fremdwort?
  • Spaß und Freude an der Arbeit- was war das noch?

All das können Zeichen von Konflikten sein. Der Konflikt saugt alles ab, was er an Energie bekommen kann: Zeit, Nerven und Geld.


Konfliktlösung:

Worum geht es eigentlich? Und worum geht es wirklich? In sehr vielen Projekten kann man mir diese Fragen gar nicht mehr beantworten. Zu lang die Zeit der Konfliktphase, zu viel Verwässerung von Tatsachen, Hinzunehmen von eigenen Interpretationen, ein einziges Chaos. Von Win-Win redet schon lange keiner mehr, Verlierer sind subjektiv alle. Gemeinsame Interessen muss man suchen, Schuldige sind dafür schon längst gefunden.

Dass es um all das im Konfliktmanagement nicht geht, wissen eigentlich alle. Selten trennen sich Theorie und Praxis so sehr, wie in Konflikten.

Setzen Sie den Fokus auf die Lösung. Immer wieder. Lassen Sie sich nicht auf Abwege bringen.


Konflikttypen:

Es gibt unzählige Konflikttypen: Kämpfer, Kopf-in-den-Sand-Stecker, Ignorierer, Manipulierer, Löser, Schlichter. Alle geben - hoffentlich- ihr Bestes.
Auch in Konfliktsituationen reagieren Menschen unterschiedlich. Egal wie. Bleiben Sie auf dem Lösungsweg, akzeptieren sie unterschiedliche Herangehensweisen und stimmen wenigstens in einem Punkt alle zu: dass der Konflikt gelöst werden sollte. Hören Sie auf, sich an Typen, Arten und Herangehensweisen abzuarbeiten, denn für diese Nebenschauplätze bleibt eigentlich keine Zeit.


Konfliktkultur:

Gehen Sie die Konflikte an, wenn sie noch klein sind und warten nicht, bis sie ihnen um die Ohren fliegen und eskalieren. Finden Sie gemeinsame Regeln, völlig egal, wie absurd diese sind. Sprechen Sie miteinander, nicht übereinander, hören Sie sich zu und nehmen sich gegenseitig ernst. "Sollen wir auch abends etwas unternehmen?", werde ich oft gefragt. Mich erstaunt diese Frage immer sehr. Zunächst sollen Sie mit Kollegen gut arbeiten, wenn Sie glauben, dass das Bier am Feierabend dazu nützlich sein kann, machen Sie es. Die Regeln stellt jedes Team für sich auf.


Wissen Sie, was meiner Meinung nach das Problem mit "Tipps" ist?
Sie sind immer nur Theorie. Es gibt nicht "Den besten Tipp!", nicht "Die 3 Wege" oder weiß der Himmel, wie Headlines noch lauten. Sie und Ihr Team stecken fest. Da können Sie noch so viele Bücher lesen, noch so viel im Netz rumklicken, es wird dadurch nicht besser. Richtig?
Es ist wie mit Essen: Sie können 1038 Rezepte lesen, aber Sie werden nicht davon satt. Um das zu erreichen müssen Sie essen. Und was die Konflikte betrifft: Lesen löst leider auch nicht viel.
Wann fangen Sie an?


Konflikte im Team: Zickenkrieg und dicke Luft

Es ist völlig egal, wie Sie den Konflikt nennen. Zickenkrieg, Chaos, Krise, Kindergarten oder Hahenkampf. Es läuft auf dasselbe hinaus: Konflikt. Sie können das bewerten wie Sie mögen, aber vergessen Sie nicht: Sie sind Teil des Spiels.

Teamentwicklung

An dieser Stelle stehen gerne Grafiken und Abbildungen, die Ihnen zeigen, welche Phasen ein Team durchläuft. Berg hoch, Berg runter, wieder hoch. Stabil, nicht mehr stabil. Definitionen von Team, nach der klar ist, dass es sich meistens doch nur um eine Ansammlung von Menschen, also um eine Gruppe, nicht um ein Team handelt. Lassen sie alle Theorie links liegen und widmen sich der Praxis.

  • Wo steht Ihr Team momentan?
  • Wo wollen Sie hin?
  • Wie schaffen Sie das ganz praktisch, wessen Unterstützung benötigen Sie dafür, ab wann?

Die Antworten werden Ihnen vermutlich mehr nutzen als jedes theoretische Modell dieser Welt.

Konflikte im Team

Konflikte im Team - Coaching, Mediation & Konfliktmoderation

Manchmal führen alle Wege in ein noch größeres Chaos, scheint es keine Konfliktlösungen zu geben. Weil der Wagen oft von außen sehr viel leichter angeschoben werden kann, ist es oft sinnvoll, sich externe Hilfe und Unterstützung ins Boot zu holen. Ob das nun Coaching, Mediation, Supervision oder Konfliktmoderation ist - ist fast zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie und/oder das Team den Konflikt wirklich lösen wollen.

Konflikte im Team: Keine Tipps ...

Erinnern Sie sich an die Fragen zu Beginn des Textes?

  • Was fehlt?
  • Was fehlt Ihnen?
  • Was fehlt dem Team?
  • Wo bekommen Sie Unterstützung?
  • Wie kommen Sie endlich in die Umsetzung?
  • Was kostet es Sie, die Konflikte nicht zu lösen?

Finden Sie die Antworten. Alleine oder gemeinsam.
Und dann fangen Sie an!

Kirstin Nickelsen
Hallo,
ich bin Kirstin Nickelsen, Wirtschaftsmediatorin, Business-Coach und Autorin aus Hamburg.
Ich unterstütze Teams und Unternehmen bei der Lösung von Konflikten.
Sie erreichen mich unter:
+49 176 554 396 51 oder via Mail.
Kirstin Nickelsen, Wirtschafstmediatorin, Business-Coach und Autorin aus Hamburg.