Konflikte lösen. Zoff mit Mitarbeitern und/oder Kollegen.

Konflikte lösen

Die eigene Kommunikation, das Denken und Handeln sind in Konflikten die Seiten, von denen viele Menschen glauben, sie bereits zu kennen und zu beherrschen. Doch in zahlreichen Situationen überrascht oder wundert man sich über das eigene Verhalten – nicht nur im positiven Sinne.
Man zieht sich zurück, intrigiert, bildet Allianzen mit Kollegen und verbündet sich gegen die Marketingabteilung. Was andere machen, kann man selbst natürlich auch, hat oft jedoch die besseren Gründe für das eigene Verhalten, so glaubt man zumindest. Am Ende wundert es dann nicht, wenn „Kindergartenverhalten“ oder„Zickenkrieg“ im Büro fast täglich durch die Gänge hallen, „Opfer“ und „Täter“ schon längst nicht mehr nur mit Kriminalfilmen in Verbindung gebracht werden und „Katz und Maus“ ein beliebtes Spiel unter Kollegen zu sein scheint.


Aber es sind doch meistens die anderen, die nicht richtig reden oder handeln, man selbst reagiert lediglich nicht immer angemessen, aber wie denn auch, wenn die anderen nicht richtig reden? "Die anderen" sind die Auslöser, die Miesmacher, die jedes Wort auf die Goldwaage legen, die überreagieren, gar nicht handeln, wirres, unverständliches Zeug reden und sich in einer Diskussion nicht klar positionieren.


Mag sein, dass das so ist, doch anderen nun auch noch die Macht über das eigene Konfliktverhalten zu geben, ist leicht, aber lediglich sinnvoll, wenn es um das kurze Abreagieren geht. Langfristig gibt es nur eine Chance, um Konflikten nicht nur etwas Positives abzugewinnen, sondern sie auch konstruktiv zu nutzen: das eigene Verhalten in schwierigen Situationen zu prüfen, zu hinterfragen und zu ändern.


Dieser Weg bedeutet nicht, dass es in Zukunft nur noch optimale Streitsituationen gibt, denn zu denen gehören bekanntlich meistens mehr als eine Person – dieser Weg bedeutet aber, dass eine gute Basis gelegt wird, damit das Potenzial, das dieser herausfordernde Zustand birgt, genutzt werden kann. Für die Basis ist jeder Mensch selbst verantwortlich, jeden Tag, in jeder schwierigen Situation und besonders wenn der Kollege mal wieder etwas nicht verstanden und die Geschäftspartnerin erneut die Unterlagen bei einem Termin vergessen hat.
Andere Menschen kann man nicht ändern, mit den richtigen Worten schafft man es jedoch immer öfter, um Verständnis für die eigenen Werte, Ziele und Visionen zu werben, sich Gehör zu verschaffen, ohne Drohungen aussprechen zu müssen, und verständlich zu machen, welche Bedürfnisse man hat.


All dies ist in Konfliktsituationen enorm wichtig und kann helfen, eine Klärung herbeizuführen. Entscheidend ist oft die eigene Einstellung: zum Thema Konflikt im Team allgemein und zum Streit mit Kollegen oder Vorgesetzen im Besonderen.

  • Was macht einen Teamkonflikt so schwierig?
  • Warum will man sich nicht streiten?
  • Wie findet man heraus, wer schuld ist?

    Dialoge sind nicht immer leicht, in Konfliktsituationen oft schwierig und lästig – und sinnvoll.

Konflikte lösen: Welche Gesprächstechnik?

Richtig zu streiten ist keine Frage der Technik, sondern eine der eigenen Einstellung. Und die können Sie wählen!

Ganz gleich, was man bisher im Leben in Konfliktsituationen erfahren hat und welche hinderlichen Glaubenssätze einen seitdem verfolgen, Sie setzen immer wieder den Fokus. Oder eben auch nicht. Vielleicht täglich haben Sie dazu in schwierigen Gesprächen und Konfliktsituationen die Möglichkeit, sie zu nutzen, das ist die Herausforderung.

  • „Kaum sage ich offen meine Meinung, erfahre ich Ablehnung.“
  • „Wenn ich Kritik an meinem Kollegen äußere, wird die Zusammenarbeit noch anstrengender.“
  • „Wenn ich mich mit meinem Chef streite, ziehe ich eh den Kürzeren.“

Ein Konflikt im Team verliert oft schnell die mit ihm verbundenen – meist ausschließlich negativen – Eigenschaften und seine negative Macht, wandelt sich in eine Situation, die spannend und herausfordernd sein kann, wenn man sich diesem Thema ehrlich nähert. Nicht auf der technischen oder manipulativen Seite, sondern der einzigen, die jeder selbst ändern und beeinflussen kann: sich selbst. Das mag sein, dass das nicht das ist, was wir lesen wollen, aber es führt langfristig kein Weg an uns selbst vorbei.


Konflikte lösen durch gewaltfreie Kommunikation

Die gewaltfeie Kommunikation hat einige Fans - und noch mehr ambitionierte Missionare und Trainer/Innen.

Was ist die GFK?
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein Handlungskonzept, das von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Menschen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. GFK soll in diesem Sinne sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Manchmal werden auch die Bezeichnungen Einfühlsame Kommunikation, Verbindende Kommunikation, Wertschätzende Kommunikation, Sprache des Herzens oder Giraffensprache verwendet.Wikipedia

Wenn Sie GFK mögen und sie wirklich leben: Machen Sie das!
Ich selbst bin kein Fan von ihr.


Laut der Wirtschaftsberatung KPMG ergab die Konfliktkostenstudie „Konfliktkostenstudie II – Best Practice Konflikt(kosten) Management“ im Jahre 2012 unter deutschen Industrieunternehmen, dass bei Projekten, je nach Größe des Projektes, zwischen 50.000 und 500.000 Euro je Projekt gespart werden könnten. Es ergaben sich real nachgewiesene Konfliktkosten von 60.000 bis 3 Millionen Euro pro Jahr. In der Studie heißt es:
Bei den Konfliktarten unterscheidet die Studie zwischen funktionalen Konflikten, die ein Unternehmen produktiv voranbringen und deren Austragung zu einer anschließenden Leistungssteigerung der Mitarbeiter führt. Ihnen gegenüber stehen dysfunktionale Konflikte, die mit sehr hohen Kosten, sinkendem Engagement und unproduktiver Arbeit verbunden sind- bis hin im Extremfall zur inneren Kündigung von Mitarbeitern.


Konflikte lösen: Wie wirkt sich ein Konflikt aus?

Konflikte können sich immer positiv oder negativ auf den einzelnen Menschen, das Team, die Abteilung auswirken.
Die funktionalen Folgen sind z.B. die Stärkung eines Teams, dysfunktional sind u.a. Kündigungen und hohe Fluktuation.

Positive oder negative Konfliktfolgen sind abhängig von der Art und Weise, wie mit einem Konflikt umgegangen wird. Ein Ziel sollte daher sein, Konflikte gut zu regeln. Eine Unterdrückung von Konflikten ist langfristig nicht möglich und nicht erstrebenswert. Sich mit Konflikten und Lösungen zu beschäftigen ist grundsätzlich für alle Menschen wichtig, für Führungskräfteist es unerlässlich. Ganz gleich, ob die schwierigen Situationen im Team, dem Projekt, mit Mitarbeitern, Gleichgestellten oder Vorgesetzten stattfindet, keine Führungskraft kommt um dieses heikle Thema herum. Konflikte erkennen ist die eine Sache, mit ihnen richtig umzugehen - und sie lösen - ist die andere Seite. Konfliktsituationen sind immer mit Gefühlen verbunden, werden oft sogar von ihnen dominiert, der Verstand allein kann eine schwierige Situation selten klären. Die Logik von Emotionen entzieht sich Menschen oft auf den ersten Blick, daher ist es erstrebenswert und wichtig sich damit zu befassen, nur so kann man Herr der Lage bleiben, ganz besonders in Konfliktsituationen.

Zum Thema „Konflikte und Streit“ gibt es zahlreiche Ratgeber und Artikel. Mediatoren, Coaches, Trainer und Therapeuten bieten ihre Unterstützung, das alles nur mit einem Ziel: Menschen eine Hilfestellungen in Konfliktsituationen anzubieten, die Kommunikation in schwierigen Gesprächen zu erleichtern, um Konflikte zu klären.


Riskiert man jedoch einen Blick in Unternehmen und Abteilungen oder ganz allgemein auf Beziehungen, bekommt man schnell den Eindruck, dass entweder alle Tipps nichts taugen, oder die Menschen ein grundlegendes Bedürfnis nach Konflikten und Krisen haben.


Fehlzeiten aufgrund betrieblicher Ängste und Mobbing am Arbeitsplatz belasten Unternehmen jährlich mit ca. 30 Milliarden Euro.


„Unser Unternehmen ist schnell gewachsen, die Probleme waren vielfältig und daher beauftragten wir Frau Nickelsen. Mit hoher Professionalität, ihrer ruhigen und charmanten Art und der Fähigkeit uns alle zu verstehen und untereinander zu vermitteln hat sie uns geholfen, unser Potential zu entwickeln. Frau Nickelsen stellt perfekte Fragen und ich kann nur zustimmen, wenn es heißt: Kein Mensch schweigt so aussagekräftig und wartet auf eine Antwort wie sie. Haben Sie herzlichen Dank für unsere Zusammenarbeit.“ Paul Gerhard, Kiel


Fluktuationskosten, Abfindungszahlungen, Gesundheitskosten aufgrund innerbetrieblicher Konflikte belasten Unternehmen jährlich mit mehreren Milliarden Euro.


Konflikte: Chancen ohne Ende?

Teams, die sich in Konfliktsituationen befinden, deren (berufliche) Welt sich gerade viel zu schnell dreht, die nicht wissen, wo vorne und hinten ist, reagieren oft allergisch auf diese Aussage. Wer will schon “Konflikte sind auch Chancen” wirklich hören, wenn alles “drunter und drüber” geht? Konflikte sind zunächst viel, aber selten “lapidar”, schon gar nicht lustig und “Chancen” sieht man auch nicht, wenn Teamkollegen machen, was sie wollen (aber nicht sollen) oder der Chef meint, er sei alleiniger Herrscher der Mannschaft. Die Chancen, die entstehen, sieht man meistens erst, wenn die Klärung fortgeschritten ist oder die Situation komplett geklärt, Gefühle wieder in ruhigeren Gewässern fahren. Also, immerhin in der Retro-Perspektive heißt es dann gar nicht selten: “Konflikte sind Chancen!”


Doch nicht jeder Mensch möchte diesem Ansatz direkt folgen. Viel mehr noch, es gilt nicht der Umkehrschluss, dass jeder Konflikt eine Chance ist. Er kann es sein, aber in vielen Fällen sind wir Menschen doch einfach nur froh, wenn wir uns halbwegs unbeschadet aus der Situation befreien konnten, manchmal auch mit einem faulen Kompromiss kurzfristig hinaus gemogelt haben, gar nicht selten durch die Hintertür, mit Angst im Nacken, ob das alles auch wirklich gut geht. Geht es selten, irgendwann steht der Konflikt wieder vor der Tür, aber kurzfristig ist er außer Sichtweite. Es wäre so herrlich unkompliziert, so leicht, so wunderbar, doch der Traum hat irgendwann im Leben ein jähes Ende, wenn man bemerkt, in wie vielen ungeklärten Situationen man sich befindet und ich schreibe mit Absicht hier nicht von Krise(n), reichen uns doch schon „normale“ Konflikte, um zu taumeln.


Ja, es ist sicher richtig, wir haben die Chance in einem Konflikt zu wachsen, über uns hinaus, über Grenzen hinweg, hinüber zu neuen Ufern. Klingt wunderbar, aber die Lust dazu hält sich oft sehr bedeckt. Stimmen Sie dem zu, dass kaum ein Konflikt leicht zu klären ist? Stimmen Sie zu, wenn ich behaupte, dass es gar kein Konflikt ist, wenn es leicht zu lösen ist? Wenn ja, dann überlegen Sie sich bitte, wann Sie eine Begebenheit als Konfliktsituation bezeichnen:

  • Ist es ein Konflikt oder ein Streit?
  • Gibt es für Sie einen Unterschied? Oder ist es vielleicht nur eine Meinungsverschiedenheit?
  • Was fürchten Sie?

Auf diese Fragen werde ich Ihnen hier an dieser Stelle keine Antworten geben können, aber Sie können nach ihnen suchen. Vielleicht werden Sie nicht sofort fündig, doch ich behaupte: Wenn Sie sich mit diesen Fragen ehrlich auseinandersetzen, werden Sie mehr erfahren als in jedem Buch. Denn wie so oft, die Antwort liegt in Ihnen.


„Ein Workshop zum Thema Konfliktlösung mit Kirstin Nickelsen ist unbezahlbar. Eine Frau, die für ihr Thema brennt, die leise ist, berührt, eine so klare Sprache spricht, dass es nichts mehr zu ergänzen gibt. Als Führungskraft habe ich mich bereits sehr mit dem Thema Konflikt beschäftigt, nie hat es mich jedoch so aufgewühlt, so berührt, so zum Nachdenken über mich gebracht wie gestern. Ich bin Ihnen sehr dankbar und werde Sie gerne empfehlen.“ Hans-Joachim Krauter, Wiesbaden


Was ist ein Konflikt?


Ob eine Konflikt eine Chance ist, muss und sollte jeder für sich selbst beantworten, eine Frage, die aber sehr sicher im Zusammenhang mit Konflikten einen großen Sinn ergibt, ist, wenn wir die Chancen schon nicht immer sehen wollen oder können, die Lösung zu suchen. Jeder Konflikt kann gelöst werden und sei es nur dadurch, dass es keine Lösung gibt, was jedoch genau diese ist. Klingt das verwirrend? Angenommen, Sie streiten sich seit Monaten mit einer Kollegin, die Stimmung ist miserabel, aber endlich, nach all der Zeit nehmen Sie sich ein Herz, reden miteinander, erklären und diskutieren, haben Verständnis, hören hin, die Kollegin macht es ebenso, aber Sie merken, dass es einfach keine Lösung für den Konflikt gibt. Und wenn Sie beide das so sehen, kann genau dies die Lösung sein: »Mensch, wir kommen einfach in dem Punkt nicht auf einen Nenner, schade, aber so ist es.« Klingt doch prima, finden Sie nicht? Wenn dann auch noch klar ist, dass die weitere Arbeitsbeziehung nicht belastet wird, dann war das ein erfolgreiches Konfliktgespräch- ohne Lösung im eigentlichen Sinne.
Wenn Sie also in der nächsten Konfliktsituation sind, fragen Sie sich, was die Lösung sein könnte, wie sie aussieht, was Sie und der/die Beteiligten tun sollten, um die Lösung zu realisieren. Bleiben Sie jedoch offen für Alternativen. Ihre Lösung muss nicht zwangsläufig die beste sein, vielleicht gibt es noch andere Vorschläge. Doch solange gemeinsam über Lösung gesprochen wird, birgt dieser Konflikt sicher eine Chance.

Konflikte lösen: Was kann mir in einer Konfliktsituation Sicherheit geben?

Herzlichen Glückwunsch, wenn Ihnen diese Frage je in den Sinn kam. Sie beweisen damit, dass Sie nicht nur an sich selbst denken, sondern auch wissen, dass Sie sich selbst am besten kennen, womit Sie eigentlich schon die Antwort gefunden haben: denn was genau Ihnen gut tut, wissen nur Sie. Vom Besuch des Fitness-Studios, über den Waldspaziergang, das Gespräch mit der Freundin, ein Termin mit einem Coach, ein gutes Buch, ein ganzer Tag im Bett, eine Party oder der Gang in die Kirche: Nehmen Sie sich, was Sie benötigen! In einer Konfliktsituation sind Sie der wichtigste Mensch. Das heißt, Sie sollten sehr gut auf sich achten, bemerken, wann Ihnen was zu viel wird, Ausschau halten nach Energievampiren jeder Art und diese aus Ihrem Leben verbannen. Ebenso kann es Ihnen ein Halt sein, wenn Sie Tipps lesen, sich in einem Workshop weiterbilden oder Sie sich einfach ein paar Tage Urlaub nehmen. Des Konflikts Herr zu werden, bedeutet auch, an sich selbst zu denken. Mit diesen Aktivitäten ist selbstverständlich kein Konflikt gelöst, aber Sie tragen dazu bei, dass Sie immer wieder Kraft tanken, die man definitiv in schwierigen Situationen braucht, für die es nicht immer eine Lösung von heute auf morgen gibt.

Konfliktlösung: Der perfekte Moment

Der Moment, wenn Ihnen klar ist, dass „hier“ etwas nicht stimmt. Der Moment, in dem es in Ihnen grummelt, Sie sich Fragen stellen, wie der andere das eben Gesagte wohl meint, der Moment, in dem Sie mit einem „komischen Gefühl“ das Büro verlassen, der Moment, wenn Sie überhaupt keine Ahnung haben, was Ihnen Ihre Frau gerade mitteilen möchte. Genau das ist der richtige Moment, um einen Konflikt zu lösen.


All dies sind gute Momente, weil es noch keinen Konflikt gibt, es lediglich ein komisches Gefühl ist, man schon wieder zu viel interpretiert, man irgendwie nicht weiß, woran man nun ist. Es sind gute Momente, weil man noch miteinander reden kann, sich im besten Fall noch zuhört, man aufeinander eingeht und sich sieht. Es wären perfekte Momente, wenn wir sie nutzen, denn nur zu oft bemerken wir zwar viel, übergehen es jedoch, weil es gerade anderes zu tun gibt, man sich selbst und sein Gefühl, nicht wichtig nimmt, weil es sicher schon nicht so schlimm sein wird: die Gründe, etwas nicht anzusprechen, fehlen uns selten. Da wir diese Momente also gerne verpassen begnügen wir uns mit anderen, die gut, wenn auch nicht perfekt sind. Gut sind die Momente, in denen alle am Konflikt Beteiligten Zeit haben, um sich auf das Thema einzulassen. Gut ist der Moment, wenn alle den Konflikt klären wollen, wenn man sich zuhört, ausreden lässt, aufeinander eingeht. In Konfliktsituationen ist dieses Verhalten relativ selten, daher gilt: Je früher Sie den Moment nutzen, desto besser. Alle späteren Momente der Klärung sind mit ungleich mehr Kraft und Energie verbunden. Selbstverständlich ist auch später noch eine Klärung möglich, aber das Leben ist viel leichter, wenn wir ein bisschen früher anfangen, die Lage zu klären. Daher immer wieder: Je früher Sie die Situation klären, desto besser.

Wozu ist ein Konflikt gut?

Besonders mitten in einem Konflikt ist es ratsam, beteiligten Personen nicht zu erzählen, dass ein Konflikt auch gute Seiten hat. Besser ist es, mit diesen Aussagen zu warten, bis der Konflikt geklärt ist. Nüchtern, ohne also momentan selbst betroffen zu sein, gibt es sehr viele gute Gründe, die für einen Konflikt sprechen. Wenn man es schafft, sich einige davon immer wieder in Erinnerung zu rufen, kann das u.U. sehr hilfreich sein.

  1. Ein Konflikt macht sichtbar
    Leider werden Menschen erst hellhörig, wenn der Konflikt so laut an der Tür klopft, dass ein normales Leben oder arbeiten nicht mehr möglich ist. Ein Konflikt macht sichtbar, dass man es versäumt hat, in der Vergangenheit miteinander zu reden, sich zu verständigen, seine Aufgaben ordentlich abzugeben, dem Arbeitskollegen nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Der Konflikt ist daher oft nichts anderes als die Wegnahme des Vorhanges: freie Sicht auf alles, was nicht so gut lief und über das nicht gesprochen wurde. Positiv betrachtet wird es also Zeit, dass die Aufmerksamkeit dorthin geht, dass man sich Zeit nimmt, zuhört, miteinander spricht.

  2. Ein Konflikt bedeutet Veränderung
    Ein Konflikt heißt, dass etwas nicht gut lief, bedeutet also auch: zukünftig sollte sich etwas verändern. Dies ist eines der wichtigsten Elemente im Abschluss eines Konfliktes, dass alle verstehen und akzeptieren, dass sich etwas verändern sollte: Absprachen müssen eingehalten werden, Informationen besser ausgetauscht, Einstellungen verändert. Ein vordergründig gelöster Konflikt ohne Veränderung steht nicht selten auf wackeligen Beinen. Und ein paar Monate später reibt man sich vor Verwunderung die Augen, denn eine ähnliche Konfliktsituation steht erneut vor der Tür.

  3. Konflikte sind Spaß und Spiegel
    Emotionen, Anspannung und Diskussionen sorgen für Nervenkitzel, erhitzen die Gemüter: andere Menschen haben ein gefährliches Hobby, ein Konflikt bietet alles auf einen Schlag. Und in kaum einer anderen Situation lernen wir so viel über uns, wenn wir wollen. Immer vorausgesetzt, dass Taten und Worte nicht unter die Gürtellinie gehen, kann ein Konflikt sehr lehrreich sein.

  4. Konflikte stärken und vertiefen
    Nicht nur jede Person für sich geht im besten Fall gestärkt aus einem Konflikt hervor, auch das Team und die verbesserte Kommunikation kann den Zusammenhalt stärken. Man lernt sich immer besser kennen, weiß um die Stärken der einzelnen Teammitglieder und kann an einigen Stellen zukünftig sehr viel besser agieren. Man lernt unter Druck besser miteinander umzugehen, erkennt die schwachen Seiten der Gruppenmitglieder an und erfährt viel über die eigene Persönlichkeit. Man hat verstanden, dass man einem Konflikt nicht ausgeliefert sein muss, dass es Alternativen gibt, verleugnet sich nicht mehr und hat die Opferrolle verlassen.

  5. Konflikte lösen, fordern und fördern
    Uns selbst, das Team, die Partnerschaft, die Abteilung. In welcher Situation auch immer, ein Konflikt fordert und fördert die eigene Person ebenso wie alle anderen Beteiligten, er fordert uns heraus und fördert unseren Umgang ohne Frage nach Schuld miteinander. Ein Konflikt durchbricht die Routine, macht aufmerksam sich selbst und anderen gegenüber, lässt Dialoge wieder spannend und lebhaft werden. Beziehungen werden vertieft, Vorgehensweisen verbessern sich und das Miteinander wird entspannter.

  6. Konflikte, Konfliktösungen und Emotionen akzeptieren
    Konflikte im (Berufs-)Leben sind normal, dies zu akzeptieren ist eine wichtige Aufgabe, besonders für Führungskräfte, denn Konfliktmanagement ist nicht nur eine Führungsaufgabe. Auf dieser Ebene entstehen zwar auch viele Konflikte, bzw. werden auf dieser Ebene ausgelöst, doch die Karriere fängt meistens nciht oben an. Viele Konflikte können gelöst werden, doch es gilt ebenso zu akzeptieren, dass dies nicht für alle Situation in Betracht kommt. Manchmal ist die Lösung, dass es keine gibt. Führungskräfte können lernen, mit Konflikten zu leben, ebenso, wie sie verstehen, dass sie selbst nicht nur die Situation, sondern auch sich selbst „im Griff“ haben sollten. Die meisten Konflikte haben einen großen Anteil an Emotionen, die eigene Konfliktkompetenz, sich über Gefühle und ihren Anteil am Konflikt, klar zu werden, ist Teil des eigenen Wachstums und des persönlichen Konfliktmanagements.

Mein Konflikt, dein Konflikt

Im Büro ist das Chaos meist groß, undurchschaubar und auch belastend. Viele Menschen reden miteinander, tauschen sich aber nicht offen aus, schlechte Stimmung verbreitet sich schneller als Knoblauchgeruch und am Ende sind „irgendwie alle“ Mitarbeiter betroffen.

Wenn sich zwei Kollegen streiten, kann das durchaus auf das gesamte Team Auswirkungen haben. Schnell ergreift man Partei, mischt sich ein, gibt gutgemeinte Ratschläge oder versucht, die ganze Situation zu ignorieren, was oft nicht möglich ist. Kinder sind im Streit der Eltern betroffen, aber nicht beteiligt. Beteiligte Personen sind nicht immer die Verursacher, z.B. wenn die Frau mit dem Mann einen Streit sucht, er aber nur Ventil für den Stress im Beruf ist.


Machen Sie sich klar, dass jedes Gespräch über eine nicht anwesende Person dazu beiträgt, dass der Konflikt, der Sie nicht betrifft, sich wie ein Lauffeuer unnötig ausweitet. Eine bewährte Haltung ist, sofern Sie nicht als Führungskraft involviert sind, diese Gespräche wahlweise frühzeitig zu unterbinden. Dazu bedarf es einer besonders klaren Haltung, ohne Angst, als „Spielverderber“ dazustehen, aber besonders, wenn sich alle an dieses „Gesetz“ halten, kann es enorm dazu beitragen, dass die Konflikte bei den Personen bleiben, die sie betreffen und nicht dazu genutzt werden, Gerüchte oder schlechte Stimmungen zu verbreiten.

Falsche Harmonie passt nicht zu einer Konfliktlösung

Nicht wenige Menschen haben ein großes Harmoniebedürfnis. Es ist ihnen wichtig, dass die Stimmung im Büro entspannt ist, die Menschen freundlich miteinander umgehen. Das Hauptziel ist, Konflikte zu vermeiden. Diese Menschen tragen mit dieser, vordergründig sehr verständlichen Art, dazu bei, dass Konflikte nicht zügig gelöst werden, um so für weiteren Zündstoff zu sorgen, damit der Konflikt u.U. eskaliert. Die andere Variante ist, dass auf den ersten Blick wirklich keine schwierigen Situationen entstehen, auf den zweiten herrscht eine sehr angespannte und distanzierte Arbeitsstimmung. Wer das kochende Wasser im Topf ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn es übersprudelt. Menschen, die dazu beitragen, dass keine offenkundige Konfliktsituation entsteht, sorgen dafür, dass ein Konflikt nicht gelöst wird.


Je mehr man versucht, einen Konflikt nicht zu klären, desto mehr trägt man zur Konfliktsituation bei. Das gilt für die Karriere ebenso wie für das Privatleben.Dadurch, dass nicht miteinander gesprochen wird, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert, trägt man dazu bei, dass die Situation sich unnötig verschlimmert oder noch komplizierter wird.
Menschen, die stets Harmonie wünschen, verraten in den meisten Fällen nicht nur Arbeitskollegen, sondern besonders auch sich selbst. Sie sagen oft „ja“, obwohl sie nein meinen und stehen wenig bis gar nicht für sich und ihre Bedürfnisse ein. Denn hinter „ich möchte, dass alles harmonisch verläuft“, steht meistens Angst: vor unangenehmen Gesprächen, sich selbst zu zeigen, abgewiesen zu werden oder anzuecken. Falsche Harmonie sorgt nie für Klarheit, die oberstes Gebot in Konfliktsituationen sein sollte.

Konflikte im Team lösen

"Konflikte und Team", immer wieder eine Kombination, die für Schwierigkeiten sorgt.

Kirstin Nickelsen
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ich bin Kirstin Nickelsen, Wirtschaftsmediatorin, Business-Coach und Autorin aus Hamburg.
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Kirstin Nickelsen, Wirtschafstmediatorin, Business-Coach und Autorin aus Hamburg.