Konflikte. Theorie und Praxis. Antworten und Tipps.



Konflikte: lösen, ignorieren, vermeiden. Strategien und Theorie soweit das Auge reicht. Antworten für eine andere Sicht, inklusive praktischer Tipps.

Konflikte


Theorie
Manchen Menschen helfen Modelle und Schubladen, um Dinge einzuordnen. Alles ist legitim, wenn es zum Verständnis eines Konfliktes beiträgt.

Woher stammt das Wort?
Das Wort „Konflikt“ stammt vom lat. „conflictus“ ab und heißt „der Zusammenstoß, aufeinanderprallen“. Das können Meinungen, Werte, Bedürfnisse und Ansichten sein, die nicht zueinander passen und zunächst nicht vereinbar erscheinen.

Konfliktmanagement - Definition
Unter Konfliktmanagement werden unterschiedliche Maßnahmen zusammengefasst.

  • Verhinderung der Eskalation eines bestehenden Konfliktes
  • Vermeidung der Ausbreitung eines Konfliktes

Das oberste Ziel des Konfliktmanagementes ist eine systematische Auseinandersetzung mit Konflikten - und der Konfliktlösung- im unternehmerischen Kontext.

►Was ist ein Konflikt?

  • (Mindestens) Zwei Streitparteien
  • haben unterschiedliche Interessen, die sie beide
  • durchsetzen wollen und
  • in gewisser Weise abhängig voneinander sind.


Welche Auswirkungen haben Konflikte?

Konflikte haben immer eine Auswirkung auf den einzelnen Menschen, Mitarbeiter, das Team oder die Abteilung. Die funktionalen Folgen sind z.B. die Stärkung eines Teams, der Mitarbeiter bzw. der Partei, dysfunktional sind u.a. Kündigungen und hohe Fluktuation. Die meisten Menschen vermeiden jedoch Konflikte. Oh Wunder.

Positive oder negative Konfliktfolgen sind abhängig von der Art und Weise, wie mit einem Konflikt bzw. den Folgen eines Konflikts umgegangen wird. Ein Ziel sollte daher sein, Konflikte zu lösen. Eine Unterdrückung von Konflikten ist langfristig völlig unmöglich und nicht erstrebenswert. Sich mit Konflikten und Lösungen zu beschäftigen ist grundsätzlich für alle Menschen wichtig, für Führungskräfte unerlässlich. Ganz gleich, ob die schwierigen Situationen im Team, dem Projekt, mit Mitarbeitern, Gleichgestellten oder Vorgesetzten stattfindet: keine Führungskraft kommt um dieses heikle Thema herum. Konflikte erkennen ist die eine Sache, mit ihnen richtig umzugehen - und sie zu lösen - ist die andere Seite. Konfliktsituationen sind immer mit Gefühlen verbunden, werden oft sogar von ihnen dominiert, der Verstand allein kann eine schwierige Situation selten klären. Die Logik von Emotionen entzieht sich Menschen oft auf den ersten Blick, daher ist es erstrebenswert und wichtig sich damit zu befassen, nur so kann man Herr*in der Lage bleiben oder werden.

Fragen und praktische Antworten

Wie entstehen Konflikte?

Die Entstehungsgeschichte eines Konfliktes ist immer unterschiedlich, zumindest der Ausgangspunkt kann nicht immer rückwirkend bestimmt werden. Das kann ein Witz sein, ein falscher Tonfall in einem schlechten Moment, eine falsche Geste. Manchmal sind es unterschiedliche Interessen, die dazu führen, dass auf der Sachebene ein Konflikt entsteht. Wird dann nicht miteinander gesprochen und die Situation geklärt, ist es eine Frage der Zeit, bis die Beziehungsebene gestört ist und der Konflikt seine Bahnen zieht. Das Modell von Friedrich Glasl ist das, welches am besten die verschiedenen Situationen aufzeigt, ab wann welches Stadium erreicht ist und was anschließend passiert, es sei denn, man unterbricht die Spirale mit einem konstruktiven Lösungsgespräch.

Was sind die Eskalationsstufen?

Die 9 Eskalationsstufen nach Glasl sind ein Modell, anhand dessen man die Entwicklungstufen eines Konfliktes bewerten kann.



Welche Typen und Arten gibt es?
Introvertiert, extrovertiert, Sie wissen schon, all diese Versuche Menschen und ihr Verhalten einzuordnen. Gebündelt mit den Konfliktarten hat der Kopf schon relativ viel zu tun, um alles richtig einzuordnen. Und das ist es erst der Anfang unzähliger Modelle ...

Wozu ist ein Konflikt gut?

Besonders mitten in einem Konflikt ist es ratsam, beteiligten Personen nicht zu erzählen, dass ein Konflikt auch gute Seiten hat. Besser ist es, mit diesen Aussagen zu warten, bis der Konflikt geklärt ist. Nüchtern, ohne also momentan selbst betroffen zu sein, gibt es sehr viele gute Gründe, die für einen Konflikt sprechen. Wenn man es schafft, sich einige davon immer wieder in Erinnerung zu rufen, kann das u.U. sehr hilfreich sein.

  1. Er macht sichtbar
    Leider werden Menschen erst hellhörig, wenn der offene Konflikt so laut an der Tür klopft, dass ein normales Leben oder arbeiten nahezu völlig möglich ist. Ein Konflikt macht sichtbar, dass man es versäumt hat, in der Vergangenheit miteinander offen zu reden, sich zu verständigen, seine Aufgaben ordentlich abzugeben, dem Arbeitskollegen nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Der Konflikt ist häufig also oft nichts anderes als die Wegnahme des Vorhanges: freie Sicht auf alles, was nicht so gut lief und über das nicht gesprochen wurde. Positiv betrachtet wird es also Zeit, dass die Aufmerksamkeit dorthin geht, dass man sich Zeit nimmt, zuhört, miteinander spricht.

  2. Er bedeutet Veränderung
    Ein Konflikt heißt, dass etwas nicht gut lief, bedeutet also auch: zukünftig sollte sich etwas verändern. Dies ist eines der wichtigsten Elemente im Abschluss eines Konfliktes, dass alle Parteien verstehen und akzeptieren, dass sich etwas verändern sollte: Absprachen müssen eingehalten werden, Informationen besser ausgetauscht, Einstellungen verändert. Ein vordergründig gelöster Konflikt ohne Veränderung steht nicht selten auf wackeligen Beinen. Und ein paar Monate später reibt man sich vor Verwunderung die Augen, denn eine ähnliche Konfliktsituation steht erneut vor der Tür.

  3. Spaß und Spiel
    Emotionen, Anspannung und Diskussionen sorgen für Nervenkitzel, erhitzen die Gemüter: andere Menschen haben ein gefährliches Hobby, ein Konflikt bietet alles auf einen Schlag. Und in kaum einer anderen Situation lernen wir so viel über uns, wenn wir wollen. Immer vorausgesetzt, dass Taten und Worte nicht unter die Gürtellinie gehen, kann ein Konflikt sehr lehrreich sein. Na gut, ich gebe zu, das schreibt man nur, wenn man nicht selbst beteiligt ist. :)

  4. Stärken und vertiefen
    Nicht nur jede Person für sich geht im besten Fall gestärkt aus einem Konflikt hervor, auch das Team und die verbesserte Kommunikation kann den Zusammenhalt stärken. Man lernt sich immer besser kennen, wird persönlicher, weiß um die Stärken der einzelnen Teammitglieder und kann an einigen Stellen zukünftig sehr viel besser agieren. Man lernt unter Druck besser miteinander umzugehen, erkennt die schwachen Seiten der Gruppenmitglieder an und erfährt viel über die eigene Persönlichkeit. Man hat verstanden, dass man einem Konflikt nicht ausgeliefert sein muss, dass es Alternativen gibt, verleugnet sich nicht mehr und hat die Opferrolle verlassen.

  5. Lösen, fordern und fördern
    Uns selbst, das Team, die Partnerschaft, die Abteilung. In welcher Situation auch immer, ein Konflikt fordert und fördert die eigene Person und persönliche Belange ebenso wie alle anderen Beteiligten, er fordert uns heraus und fördert unseren Umgang ohne Frage nach Schuld miteinander. Ein Konflikt durchbricht die Routine, macht aufmerksam sich selbst und anderen gegenüber, lässt Dialoge wieder spannend und lebhaft werden. Beziehungen werden vertieft, Vorgehensweisen verbessern sich und das Miteinander wird entspannter.

  6. Konflikte, Konfliktösungen und Emotionen akzeptieren
    Konflikte im (Berufs-)Leben sind normal, dies zu akzeptieren ist eine wichtige Aufgabe, besonders für Führungskräfte. Denn Konfliktmanagement ist nicht nur eine Führungsaufgabe. Auf dieser Ebene entstehen zwar auch offene Konflikte, bzw. werden auf dieser Ebene ausgelöst, doch die Karriere fängt meistens nicht oben an. Viele Konflikte könnten gelöst werden, doch es gilt ebenso zu akzeptieren, dass dies nicht für alle Situation in Betracht kommt. Manchmal ist die Lösung, dass es keine gibt. Führungskräfte können lernen, mit Konflikten zu leben, ebenso, wie sie verstehen, dass sie selbst nicht nur die Situation, sondern auch sich selbst „im Griff“ haben sollten. Die meisten Konflikte haben häufig einen großen Anteil an Emotionen, die eigene Konfliktkompetenz, sich über Gefühle und ihren Anteil am Konflikt, klar zu werden, ist Teil des eigenen Wachstums und des persönlichen Konfliktmanagements.




Wie kann man einen Konflikt lösen?
Gute Frage. :)

► Wie höre ich in schwierigen Gesprächen richtig zu?
Zuhören, obwohl einem fast der Kragen platzt? Schwierig und möglich.

Stress im Team: Was nun?

Als hätten Sie es geahnt: Teamkonflikte sind ein ganz eigenes Kapitel.


Gefühle - ein ganz eigenes Thema

Streit ohne Emotionen ist nicht möglich. Sie sind Paar, ob wir das wollen oder nicht.

Das A-Z

A wie Achtsamkeit
In meiner Blubberblase ist dies ein Wort, das momentan für viele gewünschte Zustände herhalten muss. Ein Modewort, das viele Menschen schreiben und sagen, wenige es wirklich leben. Achtsam reden, achtsam mit sich sein, achtsam essen, achtsam essen, achtsam lauschen. Ja, es liest sich im täglichen Trubel wirklich nicht so prickelnd, vielleicht ist es eine gute Idee, es einfach nur zu sein. Widmen Sie dem letzten Halbsatz erneut Ihre Aufmerksamkeit, bitte. Danke, sehr achtsam von Ihnen! <3


C wie Chance
Jeder Konflikt ist eine Chance. Oft haben wir diesen Ton schon gehört und im Nachklang, wenn das Instrument schon längst schweigt, stimmen wir dem manchmal zu. Konflikte sind Möglichkeiten, wir können sie nutzen, wir können es auch lassen und gar nicht wenige Konfliktsituationen dienen dazu, uns kurz an die eigene Grenze zu bringen, damit wir dann froh sind, die Situation halbwegs überstanden zu haben. Gut und verständlich. Dann, einige Monate später, werden wir uns vielleicht erinnen und etwas erkennnen, um die Erkenntnis zu nutzen und eine neue Melodie einzustudieren. Vielleicht, denn wir müssen das nicht. Wir können unsere gewohnte Leier fortsetzen, niemand hindert uns daran und ob es unseren Ohren gefällt, ist dabei gar nicht wichtig, mindestens unser Gehirn freut sich, dass es keine Extra- Meile gehen muss.


D wie Demut
Na, ist dieser Begriff bei Ihnen positiv besetzt? Viele Menschen mögen das Wort Demut nicht, verbinden mit ihm Negatives. Schade, irgendwie. In dem Wort steckt Mut, den es manchmal bedarf, um Demut zu leben, zu spielen und den Ton zu treffen. Demut bedeutet den Hochmut links liegen zu lassen. Eben nicht zu denken, dass man selbst so viel besser, klüger und toller ist, eben nicht zu denken, dass der andere eh ein bisschen blöd ist. Demut heißt auch, den Gesprächspartner zu akzeptieren, das aber geht nur, wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind und - schwupp- sind wir bei Selbstakzeptanz. Ein sperriges Wort für eine wunderbare Eigenschaft. Also zurück zum Anfang: D wie Demut. Nutzen wir diese Taste, gewinnen wir nicht nur einen besonderen Ton, sondern wir verlieren gleichzeitig ein bisschen unsere eigene Arroganz.


E wie Erlernen
Gehen wir davon aus, nur so zum Spaß, dass wir niemals ein Instrument zu 100% beherrschen, können wir diese Spielregel sehr sicher auch auf unsere Kommunikation anwenden. Sehr selten machen wir alles richtig, spielen oft falsch, manchmal nur einen Ton, manchmal das ganze Lied. Oft entscheidet die eigene Tagesform, manchmal Gesagtes des Gegenübers, nicht selten eine furchtbare Kombination. Leisten wir uns den Luxus zu erkennen, dass wir immer wieder lernen, mit jedem Spiel verfeinern, neue Möglichkeiten finden, um am nächsten Tag alles über Bord zu werfen. Schon sind wir bei:


F wie Freiheit
Die große weite Welt, Möglichkeiten ohne Ende, Wege, so weit das Auge reicht, Millionen von Melodien, die noch nicht geschrieben wurden. Genug geträumt und aufgewacht, den Blick auf die Noten gerichtet. Freiheit wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Alternativen auswählen und entscheiden zu können. Lesen Sie den Satz gerne erneut, denn Sie haben die Qual der Wahl, was schon mit dem C begann und oft dort auch endet- oder wieder anfängt. Niemand zwingt uns, kein Plastik zu verwenden, niemand zwingt uns, über den Klimawandel nachzudenken und ganz vielleicht liegt genau dort das Problem, denn wohin es uns gebracht hat, erleben wir momentan alle mit. Freiheit bedeutet auch, ohne Zwang etwas zu tun, von dem wir glauben, dass es richtig ist. Schon landen wir bei den eigenen Werten, der eigenen Moral, den eigenen Bedürfnissen. Zu viel Zwischentöne für das F, das für Freiheit steht, das wir spielen wollen, aber oft kläglich versagen. S wie Selbstführung - wo bringen wir das nur unter?


G wie Glück
Glück ist eine Entscheidung. Mögen Sie diesen Gedanken? Vielleicht rappelt es gerade in Ihem Leben - Verzeihung, falsches Bild- also, vielleicht ist die Melodie, die Sie momentan hören, nicht die, die Sie bevorzugen und Sie finden, dass Glück keine Entscheidung sondern ein Zustand ist, der Ihnen womöglich gerade verwehrt wird? Was wäre denn, wenn Sie sich jetzt dennoch für das Glück entscheiden, einfach so, weil Sie es können, weil Sie es wollen, weil Sie neugierig sind? Die Konflikte lösen sich dadurch nicht? Nein, meistens nicht. Aber wer sagt uns denn, dass das Glück nicht neben dem Konflikt stehen kann? Wer sagt uns denn, dass wir nicht glücklich einen Konflikt lösen können? Vielleicht sogar glücklich sind, dass wir den Konflikt haben, weil wir endlich klären können, was eh in der Vergangenheit nicht mehr funktionierte? Was ist Glück überhaupt? Sind Sie sicher, dass Glück keine Entscheidung ist? Die Klaviatur der Kommuniaktion zu beschreiben heißt übringes nicht, alles erklären zu können, das nur für den Fall, dass Sie gerade enttäuscht sind, weil Sie keine Antworten lesen. Aber vielleicht haben Sie gerade einige für sich gefunden? :)



H wie Haltung
Haltung benötigt Anwesenheit, dazu bedarf es der Achtsamkeit - jetzt wird es herausfordernd. Wenn Sie kein Mensch sind, der sein Leben verschläft, dann haben Sie sich bereits mehr als eine Minute in Ihrem Leben selbst hinterfragt. Und hoffentlich Antworten gewinnen können. Haltung ist die innere Einstellung eines Menschen, die das Denken und Handeln beeinflusst. Und das ganz besonders in schwierigen Situationen und Gesprächen. Bleiben wir uns also selbst positiv gesonnen, sonst klappt das mit dem leichten Spiel auf keinen Fall, das aber ist das Ziel. Dass das Arbeit und Übung erfordert, liegt auf der Hand. S wie Selbstdisziplin, die S wie Selbstführung benötigt- schon wieder dieses S, wohin nur damit?

Wie ist Ihre Meinung?