Nur mal so geschrieben ...

Zuhören.
Dialoge beginnen.
Handeln.

Nette Zeilen darüber zu schreiben, das ist leicht.
Es zu leben, die Herausforderung.

Konflikte ohne Emotionen gibt es nicht!

Als sei der Inhalt der Überschrift nicht schon anstrengend genug, bleibt die Frage: Was sind Emotionen, was sind Gefühle? Der Unterschied ist enorm wichtig, ähnlich wie bei Empathie und Mitgefühl. Wohin also mit den Emotionen im Büro? "Nee", denken Sie vielleicht, lieber den Artikel gar nicht lesen, nachher geht es da um Gefühlsduseleien, benötige ich nicht. Und Sie wissen zwar nicht, wie Sie hier gelandet sind, dass es aber um Konflikte geht, das haben Sie schon mitbekommen. Wollen Sie dazu etwas lesen? Vielleicht sind Sie ja ein Harmoniesuchti? Ich kenne nur wenig Menschen, die die Harmonie als störend empfinden, aber es gibt so einige Zeitgenossen, die alles dafür tun, um bloß nicht den kleinsten Fetzen eines Streits aufkommen zu lassen. Blöd nur, dass ausgerechnet diese Menschen dazu beitragen, dass der Konflikt nicht geklärt wird. Tja, wie man es macht ...
Reibung erzeugt Wärme, aber ein Schal genügt doch auch? Dann ist dieser Text für Sie geschrieben: Weiterlesen - aber vergessen Sie nicht: Harmoniesuchtis sorgen dafür, dass der Konflikt nicht gelöst wird. (Ich weiß, schrieb ich schon, ich weiß aber auch, dass Sie eh nur scannen!)


Konflikte sind aus dem Büroalltag nicht wegzudenken ...

... wissen wir alle. Aber wenn die keine Herausforderung mehr darstellen, dann empfehle ich den direkten Weg in die Krise. Gehen Sie zur Königsdisziplin über, es ist erstaunlich leicht! Und sollten Sie demnächst Glückwunsche erhalten, dass es eine besonders schöne Krise ist, in der Sie da sitzen, vergessen Sie nicht, mich zu empfehlen. Vielen Dank vorab! Weiterlesen Und wer glaubt, Konflikte zu lösen ist schwer, der fängt einfach noch mal vorne an. Wenn Sie übrigens keine Zeit haben, den Konflikt mit Kollegen oder Vorgesetzten zu lösen, dann tun Sie gut daran, wenn Sie ihn ignorieren, also, den Konflikt. Geben Sie ihm viel Zeit, die mag er sehr! Was Sie übrigens tun können, um Konflikte mit Chefs und Kollegen zu vermeiden, das lesen Sie hier.


Wohin mit all den Jammerlappen?

Jammern erzeugt Gruppengefühle, wirklich wahr! Meistens nervt es aber nur. Sollte Ihnen gerade ein Mensch, im schlimmsten Fall Sie selbst, auf die Nerven gehen, lesen Sie den Text. Wenn nicht, lesen Sie ihn auch, schließlich gibt es dort Tipps, wie man sich wehrt. Sollten Sie selbst ein Jammerlappen sein, dann empfiehlt es sich besonders den Text zu lesen, so können Sie sich auf die zahlreichen Abwehrstrategien viel besser vorbereiten!
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Wir stehen nicht im Stau. Wir sind der Stau

Vergangene Woche war ich auf dem Weg nach Hannover, als ich nicht nur nach wenigen Kilometern bereute, den Wagen genommen zu haben, sondern auch im Radio „99 Luftballons“ von Nena hörte. Das Lied wurde 1986 veröffentlicht und noch ehe ich darüber nachdenken konnte, wie schnell die Zeit vergeht, überholte mich auf der linken Spur der Gedanke an all die unterschiedlichen Konfliktarten und Modelle. Mindestens 99.

Da gibt es Sach-, Werte- und Beziehungskonflikte. Zielkonflikte. Scheinkonflikte. Randkonflikte. Teamkonflikte. Organisationskonflikte. Persönliche Konflikte. Und selbstverständlich gibt es für alles einen Fahrplan. Theoretisch. Praktisch steht man dann eben doch im Stau und Umgehungsstraßen sind überbewertet.

Nach fast 20 Jahren in meinem Job komme ich zu der Erkenntnis, dass es für die beteiligten Personen nahezu egal ist, welche Art von Konflikten sie haben. Es zählt einzig und alleine, den Weg ans Ziel - die Lösung- zu finden. Dafür gibt es aus meiner Sicht keinen Straßenplan, aber einige Leitplanken, die Sicherheit geben, an denen man sich orientieren kann. Sie sind auf den ersten Blick, wie so oft, sehr simpel:


Zeit.

Meine Lieblingsaussage dazu:

Schlechte Gespräche bezahlt man mit Nerven.
In gute Dialoge investiert man Zeit.

Hinsetzen. Alle Geräte ausschalten, für störungsfreie Stunden sorgen.
Allein dieser Punkt setzt Menschen, von Teams an dieser Stelle ganz zu schweigen, schon vor größte Herausforderungen. Da fällt einem ein dringender Anruf ein, eine unbedingt noch zu schreibende E-Mail … und wenn man nichts findet, erfindet man eben etwas. Die Wahrscheinlichkeit, dass der zeitliche Rahmen wirklich genutzt wird, ist extrem gering. Diese Ausfahrt ist eben doch sehr verlockend. Dass der Zeitfaktor aber eine große Rolle spielt, wissen wir eigentlich alle.


Das Ego und das Recht.
Das Ego ist eine fiese Socke und lässt Menschen Sätze sagen wie: „Du bist schuldig!“, „Sie haben einen Fehler gemacht“ oder „Hätten Sie x nicht getan, wäre ich nicht gezwungen gewesen, y zu tun.“

Klar. Verständlich. Aber am Ende ein Kreisverkehr. Ohne Ausfahrt.
Schuld ist das, was man sucht, um die Verantwortung gar nicht erst übernehmen zu müssen. Kriecht der andere zu Kreuze, ist man selbst raus aus dem Spiel. Wie angenehm. Wer es also schafft, das Thema der Schuld komplett zu umgehen, der wird schnell feststellen, dass er den Konflikt wirklich am Schopf packen kann. „Aber wenn es doch stimmt, dass der andere die Schuld trägt?“ Dann könnten Sie der Person helfen, das Ding zu tragen - vielleicht sogar ganz entlasten - und die Schuldfrage aus dem Fenster schmeißen. Oder ist Ihnen doch das Ego im Weg?

Zuhören.
Da sitzt man nun im Konfliktchaos. Fühlt sich angegriffen und nicht verstanden. Und dann soll man noch zuhören?
Jein. Fangen Sie doch mal aus Spaß an, einfach nur zu hören, was der andere Ihnen sagt. Ohne Interpretation. Ohne Bewertung. Und wenn doch, könnten Sie sich überlegen, was in Ihnen wirklich angetriggert wird, wenn Sie bestimmte Sätze hören. Allein das könnte Sie schon so sehr ins Nachdenken bringen, dass Sie gar keine Zeit haben zu reden. Die meisten Menschen lassen diese Punkte aber gerne aus und schießen die gewohnten Worthülsen los, um sich hinter den Schreibtischen und gewohnten Wortgefechten zu verschanzen. Halten Sie doch einfach mal an. Wozu ist ein Parkplatz sonst da? Im Notfall nehmen Sie bitte den Standstreifen.
Es ist nicht leicht, aber wer sagt denn, dass es nicht gerade deshalb der richtige Weg ist? Wenn Sie übrigens komplett mit den eigenen Gedanken überfordert sind, dann verpulvern Sie die ersten Schüsse bei einem Menschen, der nichts mit der Konfliktsituation zu tun hat. Aber erst fragen, ob Sie das dürfen, bitte, sonst haben Sie direkt die nächste Baustelle.

Wenn Sie schon einen Schritt weiter sind, können Sie selbstverständlich auch sich selbst fragen, was Sie jetzt in diesem Moment benötigen. Ich wette mit Ihnen, dass allein diese Frage Sie schon auf neue Wege bringt.

Ich behaupte, wenn Sie allein diese 3 Punkte in die Tat umsetzen, dann werden Sie Konflikte anders und besser lösen können. Vielleicht nicht jeden, vielleicht nicht sofort. Aber mit der Zeit werden Sie eine Veränderung bemerken. Nicht nur bei sich.

Und wenn Sie Unterstützung mit oder für Ihr Team benötigen, schauen Sie doch mal, ob ich die richtige Person Sie bin. Die Leitplanken habe ich übrigens alle im Handgepäck dabei. Versprochen!

Ich stand am Ende übrigens fast zwei Stunden im Stau. Mit der Erkenntnis:

Ich stehe nicht im Stau.
Ich bin der Stau.

Und das gilt auch für jede Konfliktsituation.


Ein unperfektes Liebeslied ...

Kennen Sie die Hamburger Goldkehlchen? Ein Chor, 70 Männer- und keiner von ihnen kann singen. Aber sie tun es, mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Leidenschaft, viel Spaß und großem Engagement. Heute, am Valentinstag, veröffentlichen sie ihren ersten eigenen Song, ein Liebeslied an Hamburg.

Wieso ich das schreibe? Ich werde oft nach dem "perfekten Weg" gefragt, um einen Konflikt zu lösen. Es gibt ihn nicht. Keine Blaupause, keine Liste, die man abhaken kann, kein Rezept, das 1:1 auf jede Situation angewandt werden kann. Schade. Und doch so beruhigend, denn es heißt auch, dass man einfach irgendwo anfangen kann.

Wenn Sie wirklich den Konflikt lösen wollen, dann stehen Sie genau dafür ein. Fangen Sie an, perfekt ist eh überbewertet. Oft sagen Menschen, dass sie nicht wollen, dass die Situation eskaliert. Um das zu vermeiden, gilt es, den Konflikt möglichst früh zu lösen, denn Zeit ist der Nährstoff eines jeden Konfliktes.
Schmeißen Sie also Ihr größtes Ja zu einer Lösung in den Ring der Wortgefechte, wenn Sie eher noch Probleme mit dem Nein haben, helfen Ihnen hoffentlich diese Tipps über die ersten Hürden hinweg (teilweise entnommen aus meinem Buch "Ja zum Nein").


Felher passieren.

Wir treffen ca. 20.000 Entscheidungen am Tag, aber oft erinnern wir uns am Abend nur an die Fehler.

Den vergangenen Newsletter habe ich gefühlt 12 mal gegengelesen, 2 mal im Test an mich selbst verschickt und keinen Fehler entdecken können. Kaum hatte ich den Text über den Verteiler versandt, sah ich den Fehler. Diese Sekunde, in der man an sich selbst zweifelt, kennen Sie das?


Fehler passieren. Es ist menschlich, es ist normal, wo gehobelt wird ... ja, Sie kennen die bekannten Sätze und alle Aussagen sind richtig und dennoch geben wir ihnen mehr Gewicht, als es manchmal notwendig ist.

Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, reicht das natürlich nicht aus. Die Gedanken fangen an zu rotieren und man spricht mit sich selbst, wie man es vermutlich mit keinem anderen Lieblingsmenschen machen würde. Richtig? Ich meine, es war ein Rechtschreibfehler. Nicht mehr, nicht weniger.


Und gar nicht anders ist es in Konfliktsituationen: Man ärgert sich zum Beispiel über das, was man gesagt, aber nicht so gemeint hat. Dass man mal wieder zu schnell geschossen hat, meistens weit über das Ziel hinaus. Wieder mal nicht richtig hingehört, keine Fragen gestellt, zu viel interpretiert. Zack, schon schnappt die Falle zu.


Was wäre wirklich richtig klug in dem Moment, wenn man erkennt, dass man wieder so mit sich umgeht, wie kein Richter es dieser Welt zulassen würde? Selbstführung ist in aller Munde und was wäre, man wendet diesen Modebegriff auch mal wirklich an? Einfach Schwamm drüber? Ignorieren? Wegschauen? In einem lapidaren Fall wie einem Rechtschreibfehler würde ich sagen: nicht thematisieren. Es sei denn, man sucht gerade eine Idee für den Newsletter. :)


Die andere Seite: sehr wohl ansprechen. Eingestehen, sich selbst, dem anderen gegenüber. „Lieber Herr Kollege, in unserem letzten Gespräch habe ich einfach Mist gebaut …“ Und dann zeigen Sie mir mal das Monster, dass dann noch auf Sie einhackt! Es gibt sie, ich weiß. Aber die meisten Menschen reagieren auf solche Aussagen voller Verständnis.


Zwischen thematisieren und ignorieren liegen viele bunte Stifte. Nachdem ich nun schwarz weiß gemalt habe, zücken Sie selbst bitte Ihre Buntstifte. Erinnern Sie sich bitte immer daran: Fehler passieren. Ihnen. Mir. Uns allen. So einfach. So schwierig.


5 Tage - 5 Impulse, um klar und selbstverständlich nein zu sagen.

An Tag 6 beantworte ich Ihnen direkt per E-Mail Ihre ganz persönliche Frage zu dem Thema. Das alles ist für Sie kostenlos:


Konflikte jetzt lösen. Kirstin Nickelsen