Erprobte Fragen in Konflikten.

Nur zur Erinnerung: Sinn der Fragen in Konfliktsituationen ist es, einen Dialog zu eröffnen und nicht auf Konfrontationskurs zu gehen. Schreiben Sie sich das ... wohin auch immer Sie möchten.


Unterschiedliche Frageformen geben Ihnen die Möglichkeit, in ein echtes Gespräch einzusteigen, ganz gleich ob als Führungskraft oder Kollege. Unwichtig, ob Sie einen Teamkonflikt lösen möchten, oder einen Konflikt mit einem Kollegin oder einem Mitarbeiter. Die Herausforderung besteht in dem ersten Absatz, Sie erinnern sich? Fokus auf: Dialog eröffnen. Kein Konfrontationskurs.


Wie löse ich als Führungskraft Konflikte?

Als Führungskraft und/oder Vorgesetzte haben Sie es es nicht selten mit Mitarbeitern zu tun, die ihre Konfliksituation nicht in den Griff bekommen. Sie wissen, dass Sie sich nicht wirklich einmischen sollten, so die Theorie, praktisch können Sie aber mindestens im ersten Schritt durch Fragen Unterstützung bieten:

  • Was ärgert Sie konkret an Ihrer Kollegin/ Ihrem Kollegen?
  • Was haben Sie bereits unternommen?
  • Was können Sie noch tun?
  • Was verbindet Sie beide?
  • Wie ist die Sicht der Kollegin/des Kollegen?
  • Wann sprechen Sie mit dem Kollegen/der Kollegin? (Ja, wirklich. Zurren Sie die Situation fest und machen es konkret.)

Informationsfragen:

Theoretisch mag es Ihnen vielleicht klar sein, wieso Ihre Kollegin gerade stinksauer ist, praktisch sollten Sie sich das wirklich noch mal von Ihrem Gegenüber anhören. So vermeiden Sie falsche Interpretationen und können, ganz nebenbei, die Zeit nutzen, um durchzuatmen. Zuhören sollten Sie dennoch!

  • Was genau ist passiert?
  • Was ärgert Sie? (Was ärgert Sie an meinem Verhalten / am Verhalten des Kollegen)?
  • Was befürchten Sie?
  • Was bereitet Ihnen Sorgen?

Lösungsfragen:

Der Konflikt ist da, die Stimmung nicht mehr gut, die Lösung fern? Gerade wenn der Konflikt noch nicht besonders groß ist, die ersten Unstimmigkeiten sich erst zeigen, fahren Sie mit diesen Fragen den Lösungsweg aus der Konfliktgasse:

  • Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit der Konflikt geklärt ist?
  • Woran werden Sie merken, dass der Konflikt für Sie gelöst ist?
  • Was erwarten Sie jetzt von mir (dem Kollegen/der Kollegin, dem Vorgesetzten)?
  • Was könnten Sie jetzt konkret im Sinne einer Lösung tun?

Perspektivenwechsel:
Den Blickwinkelzu ändern, war noch nie ein Fehler, auch wenn das in Konfliktsituationen oft besonders schwierig ist. Dennoch, probieren Sie es! Es sind wahre Wunderfragen:

  • Was würden Sie jetzt tun, wären Sie der Kollege/die Kollegin?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie Ihr Vorgesetzter wären?
  • Was würden Sie mir jetzt raten zu tun?
  • Wie würden Sie sich an der Stelle von ... fühlen? Wie hätten Sie reagiert?

Sachebene:
Nun gut, eher das Gegenteil, aber Gefühle und Konflikte will niemand lesen. Und dennoch sind sie da. Wenn Sie bemerken, dass es nicht mehr um die Sachebene geht, dann klären Sie, was zu klären ist. Ansonsten wächst der kleine Konflikt zu einem mittleren Drama, wer benötigt das wirklich? Gefühle geben wir nun mal nicht an der Rezeption ab - wir sind Menschen, gestehen wir das dem anderen ein.

  • Wie fühlen Sie sich gerade?
  • Was glauben Sie, wie sich Ihre Kollege/Ihre Kollegin fühlt?
  • Welche Gefühle löst die Situation bei Ihnen aus?
  • Was glauben Sie, welche Gefühle das bei Ihrem Kollegen auslöst?
  • Was benötigen Sie gerade konkret?

"Ach, wenn das alles so leicht wäre!" So oder ähnlich sprechen Menschen, denen "Frageformen" nur allzu lapidar erscheinen. Wenn es leicht wäre, hätten Sie keinen Konflikt. Und wenn Ihnen das noch nicht reicht, nehmen Sie diese Frage. Die entscheidet über alles. Auch über Ihre Handlung. Und die heißt: zuhören.

 


  

Konflikte jetzt lösen. Kirstin Nickelsen