Nein sagen lernen. Ein endloses Thema…

Im Mai 2018 erschien die 3. Ausgabe meines Buches „Ja zum Nein- Selbstachtung statt Harmoniesucht“. Passend dazu, finden Sie hier einige Anregungen. 

Nein sagen ist leicht

„Dann kündigen Sie einfach. Suchen Sie sich einen Job, der besser bezahlt wird, das ist ja nicht so schwierig“, sagte sie und stieg in ihr neues Auto, um sich an den von der Haushälterin gedeckten Tisch zu setzen, mit den Kindern, die von einem Kindermädchen betreut werden.

Die andere Frau lief 15 Kilometer zur Kita, ein Bahnticket konnte sie sich nicht leisten, heute, am letzen Tag des Monats. Die 5 Euro in der Tasche reichten gerade aus, um Nudeln und 2 Bananen zu kaufen.

Am Abend sitzt die Frau mit dem neuen Wagen in ihrem großen Wohnzimmer vor dem Kamin und weint. Ihr Mann hat sie verprügelt, den Grund hat sie wie immer vergessen.

Irgendwelche Umstände gibt es immer: Kein Geld, beschissene Partnerschaft, Krankheit, bekloppte Glaubenssätze, fehlender Mut, keine Kraft mehr. Es ist nie leicht. Was für den einen Menschen schwierig ist, ist für für einen anderen leicht, dafür hat der andere 2 vor sich liegen, die für für den einen ganz leicht zu heben wären.

Nein sagen ist nicht leicht.

Nein zu sagen, ist für viele Menschen sehr viel schwieriger, als es die meisten zugeben. Es klingt so banal, denn es ist ein kleines Wort- mit sehr großer Wirkung. Und gerade deshalb lohnt sich der Weg, denn wenn der erste Knoten geplatzt ist, folgen meist auch viele weitere. Und geplatzte Knoten kann es gar nicht genug geben!

 

Nein sagen lernen heißt auch, Fallen zu erkennen, die einem täglich aufgestellt werden. Und dem Köder zu widerstehen.

Nein sagen lernen: Den Köder der Fallen erkennen.

Nein sagen bedeutet auch, nicht mehr in Fallen zu laufen, die einem – bewusst oder nicht- aufgestellt werden. Vermutlich kennen Sie mindestens eine der hier vorgestellten,  oft ist es eine Kombination aus mehreren.

  • Die Lob – Falle

„Frau Müller, Sie haben das bisher immer so wunderbar erledigt, darf ich Sie bitten, mich auch jetzt zu unterstützen?“

Man fühlt sich geschmeichelt, geschätzt und hat für einige Sekunden den Eindruck, unentbehrlich zu sein. Schöne Illusion! Kaum ein Mensch, der nicht Lob gerne hört, daher hören Sie hin, was der andere Ihnen wirklichsagt und ob dies das ist, was Sie voran bringt. Vielleicht fällt Ihnen auch auf, dass Sie ein Lob nur in Kombination mit einem Auftrag erhalten, dann ist dies oft ein sicheres Zeichen, dass hier nur die Ja-Falle zuschnappen soll.

  • Die Zeit – Falle

„Herr Schmidt, haben Sie bitte wenige Minuten Zeit, um mir diese Unterlagen zu kopieren, geht wirklich ganz schnell!“
Achten Sie im Arbeitsalltag darauf, wie lange etwas dauert, was wirklich schnell gehen sollte. Fünf Kollegen stehen bereits am Drucker und warten, die Patrone ist leer, das Papier neigt sich dem Ende und wenn es wirklich so schnell geht, wieso macht der Kollege es dann nicht selbst?Selbstverständlich ist es verführerisch, „mal eben schnell“ zu helfen, doch fragen Sie sich vor dem Ja, ob Sie das wirklich wollen.

  • Hilfst – du – mir – Falle

Grundsätzlich helfen Menschen sich gegenseitig gerne, was auch gut und richtig ist. Hat sich in der Abteilung jedoch herumgesprochen, dass Frau Müller gar nicht anders kann als Ja zu sagen, wird es nicht lange dauern, bis Kollegen das wissen und es ausnutzen: „Susanne, ich brauche dringend deine Hilfe“, kann schon ausreichen, um die Falle zuschnappen zu lassen. Diese Falle ist eine der schlimmsten, denn nicht selten führt sie zu totaler Überforderung und selbstgemachtem Stress. Helfen ist prima, wenn der Preis akzeptabel ist. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen?

  • Die Angst-Falle

Dem Kollegen seine Bitte ausschlagen, den Mitarbeiter im Projekt nicht unterstützen, wohin soll das führen? Die Angst, dass schlechte Stimmung verbreitet wird, weil man nicht Ja sagt, die Angst, nicht mehr Teil des Teams zu sein, bestimmt Ihre Handlung? Die Frage ist doch: Was wollen Sie mit Kollegen, die nur gut über Sie reden, wenn Sie ständig Ja sagen? Und was passiert wirklich, nicht nur in Ihren Gedanken, wenn Sie nein sagen?

  • Verantwortungs-Falle

Teamarbeit wird bei Ihnen groß geschrieben, ist vielleicht sogar einer Ihrer wichtigsten Werte? Klingt zunächst sehr lobenswert, aber die Falle ist hier vorprogrammiert: „Dieser Auftrag ist für unsere Abteilung sehr wichtig“ oder „Dieses Projekt wird für große Anerkennung sorgen“ ist Gift. Richtig dosiert, kann es sicher kurzfristig zur Höchstleistung beitragen und motivieren, doch zu viel davon ist tödlich. Gut, wenn Sie Verantwortung übernehmen, noch besser, wenn Sie nicht das einzige Teammitglied sind, das so denkt, perfekt, wenn die Last auf allen Schultern gleichmäßig verteilt wird.

  • Gewohnheits-Falle

„Das hat immer so gut geklappt, wenn Sie mir geholfen haben, könnten Sie bitte …“, eine Falle, die gerne zuschnappt, wenn man bereits viel Ja gesagt hat. Sie bemerken in Zukunft, wann diese Falle vor Ihnen steht und stehen zu Ihrem nein. In vielen Fällen greifen mehrere Fallen ineinander, was die Ursachenforschung nicht unbedingt leichter macht. Versuchen Sie herauszufinden, in welche Sie bisher oft gelaufen sind und fangen Sie in kleinen Schritten an, Nein zu sagen, wenn Sie es meinen.

Der Köder schmeckt nicht mehr!

Grundsätzlich sollten wir immer davon ausgehen, dass wenn eine Falle aufgestellt wird, dies zunächst nicht aus purer Boshaftigkeit geschieht. Menschen bewegen sich gerne auf vertrautem Boden, wissen, an welchem Punkt sie ihr Gegenüber treffen können. Und wer von uns nutzt sie nicht selbst? In unserem Privatleben sind das die Momente, in denen wir Sätze sagen wie „Dieses Gespräch führen wir alle drei Wochen, es reicht mir!“ oder aber auch „Sag mal, wie oft sollen wir dieses Thema jetzt noch aufwärmen?“. Die Fallen sind die Situationen, in denen man genau weiß, was jetzt passieren wird, was der andere macht und sagt, wie man selbst reagiert. Abläufe, die man ohne großes Bewusstsein, ohne Verantwortung über viele Jahre hinweg immer wiederholen kann. Unsere Kommunikationsspiele wiederholen wir so lange, bis sich ein Mensch entschließt, es anders zu machen. Und genau hier besteht die große Chance!

  • „Nie bekomme ich Unterstützung durch Sie!“ oder
  •  „Immer muss ich alles alleine machen!“,

so oder ähnlich klingen Fallen. 

 

Ein leicht aggressiver Unterton der mitschwingt, oder die Übertreibung, die auch gerne gewählt, um uns zu locken, sind oft gute Hinweise. Gerne genommen jedoch auch „Ich bin nicht so gut wie du, kannst du mir helfen?“ oder „Sie sind doch immer so schnell und die Zeit rennt mir davon“. Um die Fallen nicht mehr zuschnappen zu lassen, ist es wichtig, dass man nicht mehr auf die Köder reagiert. Doch leider lassen sich hier nur wenige Menschen irritieren und legen gerne ein wenig Druck dazu, werden ironisch oder sarkastisch. Umso wichtiger, dass Sie genau wissen, wann Sie in die Fallen tappen, was Ihr wunder Punkt ist, worauf Sie spontan reagieren. Bei „typisch Frau“ reagieren gar nicht wenige hoch aggressiv, sobald ein Kollege, der einem nicht wohlgesonnen ist, bemerkt, wird er die Falle so oft aufstellen, bis die Frau endlich nicht mehr reagiert. Oder komplett die Fassung verliert.

Den eigenen wunden Punkt zu kennen, ist Gold wert. Wer ihn kennt, kann ihn schützen und muss ihn nicht aggressiv verteidigen.

 

Auf dem Lebensparkett ist das Müssen nur eine kleine Diele, die zwischen all dem Wollen liegt. Und worauf trampeln wir herum?

 

Wollen ist eine Haltung!

Viele Menschen öffnen morgens ihre Augen und die Gedanken fangen direkt an zu rattern: was man alles tun, erledigen, abarbeiten und organisieren muss. Die Liste endet irgendwie nie, denn kaum sind einige Punkte abgehakt, werden die neuen schon aufgeschrieben. Man muss A, B und C, Zeitmanagement soll dann angeblich die Lösung sein, aha, wie sinnvoll. Der Versuch, dem eigenen Chaos irgendwie Herr zu werden, das Müssen in den Griff zu bekommen, delegiert an eine App, an eine Liste oder gar an ein besonders schönes Notizbuch. Und wer sich jetzt mal mit dem Müssen und dem Wollen auseinandersetzen mag, es geht los:

Was müssen Sie wirklich? 
Nein, die Frage ist nicht theoretisch, sondern ganz hervorragend geeignet, um sie eben nicht spontan und mal eben abzuhaken, sondern sich ihr wirklich zu widmen.

Was müssen Sie also wirklich?
Arbeiten? Geld verdienen? Die Familie versorgen? Die Steuererklärung endlich abgeben?

Ist das so?

  • Sie müssen nicht arbeiten. Dann verdienen Sie kein Geld. Wenn Sie nicht bereits Millionärin sind, werden Sie ein Problem bekommen. Oder mehrere.
    Spielen Sie es durch. Irgendwann werden Sie obdachlos sein, richtig? Und dann?
  • Sie müssen sich nicht um die Familie oder Kinder kümmern. Wenn Sie dieser Aufgabe nicht nachkommen, wer dann? Wenn es keinen Menschen gibt, der theoretisch zur Verfügung steht, was passiert dann mit den Kindern? Und dann?
  • Sie müssen die Steuererklärung nicht abgeben. Informieren Sie sich, was passiert, wenn Sie es nicht machen.

Und dann gilt: Sind Sie bereit, all diese Konsequenzen zu tragen? Vermutlich in den meisten Fällen nicht. Und deshalb wollen Sie, müssen aber nicht. Das ist nicht nur ein Unterschied im Wort, es ist eine andere Haltung. Etwas wollen heißt übrigens noch lange nicht, dass man es toll findet.

Man muss das Wollen wollen– wirklich, kein Wortspiel! Und dann umsetzen.

Konzentrieren Sie sich also auch hier wieder auf das Ja.

Was wollen Sie wirklich? Ausreichend Geld, um so zu leben, wie Sie das möchten? Sich um Ihre Kinder kümmern? Es geht um Ihr Wollen, was nicht immer rosarot und schön ist, darum geht es aber auch nicht, sondern darum, dass Sie auch hier wieder wissen: Sie haben die Wahl. Müssen oder Wollen. Und dann ab auf das Lebensparkett, mit Ihrem größten und tollsten Ja! Wozu auch immer!

»Ich muss endlich lernen, nein zu sagen«, das ist ein Satz, den ich in meinen Projekten  nahezu täglich höre, direkt gefolgt von »Ich hätte viel früher nein sagen sollen«. »Sollen« und »müssen« sind nicht immer ungerechtfertigt, doch in vielen alltäglichen Situationen wendet man diese Worte an, obwohl sie nur unnötigen Druck aufbauen.

  • Ich muss viel arbeiten.
  • Ich muss immer die Zusatzarbeiten machen.
  • Ich muss heute zum Sport.

Also, immer und immer wieder:
Müssen Sie wirklich? Wollen Sie nicht viel mehr zum Sport, um eine bessere Kondition zu bekommen oder schlicht, weil es Ihnen Freude bereitet? Man muss im Leben relativ wenig, aber Nein sagen gehört sicher nicht dazu. Sie müssen es nicht, sondern können so weiter machen, wie Sie es bisher taten.

Die Folgen zu vieler halbherziger Jas sind bekannt:

  • Zu wenig Zeit,
  • zu viel Stress,
  • Unwohlsein,
  • Krankheit und/oder
  • allgemeine Unzufriedenheit.

Man muss viel weniger als man denkt, wenn man weiß, was man will.

Für viele Menschen bedeutet das Nein eine große Hürde. Früh wurde ihnen beigebracht Ja zu sagen, zu gehorchen, zu funktionieren und die eigene Meinung nicht stark und klar zu vertreten.

 Wer nicht klar Nein sagen kann, sagt auch nur halbherzig Ja. Weil er 

  • es nicht anders gelernt hat,
  • glaubt, nicht mutig genug zu sein,
  • die (Arbeits-) Beziehung nicht riskieren möchte,
  • meint, wenn er nein sagt, nicht anerkannt oder abgelehnt zu werden.

Nein sagen lernen: klar und selbstverständlich.

Das Ziel ist nun nicht, sich zu einem notorischen Neinsager zu entwickeln. Vielmehr steht hinter jedem Nein ein sehr starkes Ja. Das Nein ist die Rückseite der Münze, auf der Ja steht.  Wer Nein sagen lernen möchte, tut gut daran, sich immer auch die Rückseite der Medaille anzusehen. Ein Nein ist am Anfang des Weges oft eine große Hürde, mit vielen negativen Glaubenssätzen und vielleicht auch Erfahrungen verbunden.

Das Bild der Ja-Nein-Münze verdeutlicht, dass es ein starkes Ja niemals ohne ein klares Nein gibt. Das Nein ist daher eine logische Konsequenz des Jas.

Für viele Menschen bedeutet das Nein eine große Hürde. Früh wurde ihnen beigebracht Ja zu sagen, zu gehorchen, zu funktionieren und die eigene Meinung nicht stark und klar zu vertreten.

Wer nicht klar Nein sagen kann, sagt auch nur halbherzig Ja. Weil er 

  • es nicht anders gelernt hat,
  • glaubt, nicht mutig genug zu sein,
  • die (Arbeits-) Beziehung nicht riskieren möchte,
  • meint, wenn er nein sagt, nicht anerkannt oder abgelehnt zu werden.

Nein sagen lernen: klar und selbstverständlich.

Das Ziel ist nun nicht, sich zu einem notorischen Neinsager zu entwickeln. Vielmehr steht hinter jedem Nein ein sehr starkes Ja. Das Nein ist die Rückseite der Münze, auf der Ja steht.  Wer Nein sagen lernen möchte, tut gut daran, sich immer auch die Rückseite der Medaille anzusehen. Ein Nein ist am Anfang des Weges oft eine große Hürde, mit vielen negativen Glaubenssätzen und vielleicht auch Erfahrungen verbunden.

Ein klares Nein beinhaltet immer auch ein starkes Ja!

Die Münze des Ja und Nein hat eben beide Seiten. Und bis man sieht, dass das Nein auch positive Seiten hat, dreht man die Münze zunächst um und konzentriert sich auf das „Ja!“: Etwas, das man bejaht, das man selbst unbedingt haben oder verwirklichen möchte, was einem wirklich verlockend erscheint und für das man bereit ist, nein zu sagen, all das sind Eigenschaften eines starken und klaren Jas.

Nein sagen lernen: Ja zum Nein!

Dieser Satz ist Fazit und Aufforderung zugleich, welcher unter allen Jas steht, die man sich selbst gegeben hat. Es ist nicht eine grundsätzliche Aufforderung, sich neuen Wegen und Möglichkeiten gegenüber zu verschließen und nun zu allem nein zu sagen. Es bedeutet, dass das eigene Nein, aber auch das Ja, wirklich so gemeint ist und nicht eine halbherzige Aussage, mit der man sich das Leben nur schwer macht.

„Nein“ sagen bedeutet aber noch viel mehr:

  • Eine Haltung,
  • eine klare Position,
  • eine Aussage, an der es nichts zu interpretieren gibt.

Dies sind ebenso die Vorteile, wenn man gelernt hat, nein zu sagen und dies in den aktiven Wortschatz aufgenommen hat. Wenn man sich nicht mehr vor den Konsequenzen fürchtet, die in den meisten Situationen sich nur im eigenen Kopf abspielen, wenn man die eigene Klarheit genießt und entsprechend auch seiner Umwelt gegenüber vertreten kann, wenn man verstanden hat, das Ja und Nein Wahlmöglichkeiten sind, die man immer hat. Man muss nicht jeden Auftrag annehmen, man wird nicht gezwungen, ja zu sagen.

  • Wollen Sie ja sagen?
  • Oder müssen Sie? Müssen Sie wirklich?
  • Wie wären die Konsequenzen? Sind Sie sicher?

Nein sagen zu lernen und es umzusetzen heißt nicht, dass man die andere Person nicht nett findet, heißt nicht, dass man den Kunden vergraulen will, heißt nicht, dass man gegenüber dem Vorgesetzten randalieren möchte. Nein zu sagen heißt: Ich passe auf mich auf. Ich achte auf meine Gesundheit, meine Zeit, meine Aufträge. Nein bedeutet auch, sich selbst gerecht zu werden, seine Prioritäten richtig zu verteilen und darauf zu achten, dass die gesagten Jas stark sind, weil sie so gemeint und einem wichtig sind, weil man helfen und unterstützen will, nicht weil man glaubt, es tun zu müssen.

Wer nein sagen kann, handelt verantwortungsbewusst

Nein sagen zu können bedeutet, professionell zu arbeiten, weil man sich selbst und sein Gegenüber achtet, es heißt, die Verantwortung für sein Leben übernommen zu haben und sich nicht mehr als Opfer seiner Umwelt zu fühlen. „Nein“ ist ein starkes Wort, hinter dem eine klare Haltung steht, ganz besonders in schwierigen Situationen und Gesprächen.

Die meisten Menschen verbinden viel Negatives mit dem Wort nein, daher ist es umso wichtiger, dass man weiß, weshalb man nein sagen will. Oft zählen die Menschen an dieser Stelle auf, was sie nicht mehr wollen. Das macht kurzfristig Sinn, aber viel positiver ist es, wenn man sich dem Ja zuwendet. Die Ja/Nein Medaille ist ein starkes Bild, das es sich immer wieder lohnt, in Erinnerung zu rufen, besonders, wenn das Nein besonders schwer fällt.

Nein ist eine Seite der Medaille, die man nutzen sollte, um keinen zu hohen Preis zu zahlen.

Teamkonflikte lösen.

Theoretisch kann man dem Punkt der Angst im Zusammenhang mit einem Thema wie Neinsagen lernen als „bekloppt“ abschmettern. Mindestens. Das liest sich vermutlich nicht sehr mitfühlend, soll es hier auch mal gar nicht sein. Denn wie bekloppt sind wir Menschen eigentlich, dass wir Angst haben, nein zu sagen? Sind wir in Gefahr? Werden wir sterben? Ermordet? Diese Angst, die uns an vielen Ecken begegnet, ist eigentlich so bekloppt, dass wir an diesem Punkt wirklich über sie lachen sollten.

Nein sagen lernen und die Angst

Und? Stimmen Sie mir zu? Lachen Sie? Wenn Sie können, schließen Sie die Augen, atmen mal durch und lassen sich durch den Kopf gehen, ob „Angst“ hier wirklich der richtige Begriff ist. Wenn Sie wirklich an einem Punkt sind, an dem Sie dieses Gefühl (es ist keins, aber wir lassen es an diesem Punkt dabei und ich komme später dazu) körperlich spüren, Angstschweiß zum Beispiel oder erhöhter Puls, dann tun Sie sich selbst einen Gefallen und holen sich externe Unterstützung. Ohne dies versprechen zu dürfen, so bin ich sicher, dass Sie in wenigen Stunden sehr viel mehr Ergebnisse erzielen werden, als alleine vor dem Rechner oder mit einem Buch.

Die ganz normale Angst …

Bei der Herausforderung, nein sagen zu lernen, sind Befürchtungen wie diese relativ normal:
Angst

  • vor Ablehnung
  • vor negativen Konsequenzen
  • Zurückweisung. Vielleicht haben Sie auch Angst
  • für egoistisch gehalten zu werden, oder
  • sich Ihre Karriere zu verbauen.

Grundsätzlich gibt es wieder unterschiedliche Tipps und Anregungen, wie Sie hier gut mit sich umgehen können, daher hier Tipp Nummer 1:

Es sind nur Ihre Gedanken!
Sie spielen in Gedanken durch, was alles passieren könnte, wenn Sie nein sagen. Der Chef macht einen Spruch, der Kunde gibt Ihnen den nächsten Auftrag nicht, der Partner verlässt Sie. Drama ohne Ende, willkommen im eigenen Leben. Denken Sie doch, was Sie wollen! Wie wäre denn das Kopfkino a la, Sie erfahren noch mehr Wertschätzung bei Ihrem Vorgesetzten, der Kunde bombardiert Sie mit Aufträgen, der Partner bewundert Sie für Ihre klare Haltung. Sie entscheiden, welches Kopfkino Sie spielen, treffen Sie doch mal eine andere Wahl.

So leicht ist das nicht.
Stimmt. Stimmt vielleicht aber auch nicht, ist nämlich schon wieder Ihre Entscheidung. „So leicht ist das nicht“ ist der perfekte Vorwand, um etwas nicht umzusetzen, denn nahezu jeder Mensch wird Ihnen an dieser Stelle zustimmen, wissen wir doch alle, das Veränderungen nie leicht sind, schon gar nicht an eingefahrenen Strukturen. Und was wäre nur, wenn alle Kleinkinder dies denken, würden die je laufen lernen? Essen, sprechen oder reden? Es ist nicht leicht. Ruhen Sie sich auf dem Gedanken gerne ein wenig aus. Und dann weiter zum großen und stärksten Ja- und damit zu einem klaren Nein!

Machen Sie das, was richtig ist, nicht das, was leicht ist.

Wenn Sie in einer Situation nein sagen möchten, dann können Sie sich zunächst fragen: Wozu sage ich jetzt ja? Klingt banal, ist aber in vielen Begebenheiten am Anfang eine echte Herausforderung. Probieren Sie es aus! Wenn z.B. der Zusatzauftrag am Freitag bei Ihnen vor der Tür steht, überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Wochenende verbringen wollen, was ist Ihnen wirklich wichtig? Wozu sagen Sie ja? Erst wenn Sie das wissen, drehen Sie die Medaille um und sehen so, wozu Sie zwangsläufig und selbstverständlich nein sagen. Liest sich leicht, kann es sein, muss es aber nicht. Wichtig ist, dass Sie anfangen, sich um sich selbst zu kümmern, Ihre Grenzen, Ihre Haltung, Ihre Werte nicht nur zu kennen, sondern auch zu äußern. Kein Weg, den man von jetzt auf gleich und ganz nebenbei geht, aber einer, der sich sehr sicher lohnt.

Nein sagen lernen: die größten Hürden

Menschen, die schlecht nein sagen können, haben Ängste, Sorgen und Bedenken, die meist aus einer Aneinanderreihung unterschiedlicher Erlebnisse entstanden sind und nicht selten ihren Ursprung in der Kindheit haben. Ein Nein wird den wenigsten Kindern beigebracht und sie lernen schnell, dass ein Ja immer besser es, ein Funktionieren meist gelobt wird.

 

  • Machen Sie sich klar, woher Ihre Ängste und Sorgen kommen. Klären Sie für sich diese Situationen, was oft mit einem Externen sehr viel besser klappt, als in den eigenen Gedankenspiralen zu bleiben.
  • Holen Sie sich Unterstützung: Eine Freundin, eine Arbeitskollegin, einen Menschen, dem Sie vertrauen und arbeiten Sie gemeinsam an dem Thema des Neinsagens.
  • Fangen Sie klein an. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man anfangen kann: Beim Metzger, an der Supermarktkasse, bei Menschen, die keine wichtige Rolle für und im eigenen Leben spielen. Entwickeln Sie eine Routine, schaffen Sie neue Erfolgserlebnisse, so lernen Sie, dass ein Nein wenig bis keine Auswirkungen hat. Wenn doch, fragen Sie sich, ob Sie diese Menschen wirklich in Ihrem Leben haben möchten oder ob Sie Energievampire vielleicht besser verbannen.

Nein sagen zu können, bedeutet auch:

Hier ist eine Grenze erreicht, ich möchte nicht, dass sie (weiterhin) überschritten wird.  Wer diese Grenze zieht, weiß,

  • was er will ,
  • wozu er nicht mehr bereit ist,
  • welche Aufgaben er nicht mehr übernehmen möchte.

Grenzen setzen, um leichter nein sagen lernen zu können

Schöne Theorie, nun die Praxis: Was sich theoretisch ganz wunderbar liest, ist praktisch für viele Menschen ein riesiger Schritt. Lassen Sie sich Zeit. Nehmen Sie nicht sofort den wichtigsten Kunden als Übungsobjekt, fangen Sie klein an und steigern sich dann. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Umwelt braucht sie nämlich auch, denn Sie werden schnell merken, dass nicht alle Menschen in Ihrem Umfeld begeistert sein werden, wenn Sie Ihr Verhalten ändern. Was auf der einen Seite nicht wundert, ist auf der anderen Seite kraftraubend. Doch passen Sie auch hier auf, tappen Sie nicht in die Falle, dass Sie dann doch lieber beim alten Verhalten bleiben. Wenn Sie sich verändern, muss und wird es Ihre Umwelt zwangsläufig auch, bleiben Sie dran! 

Nein sagen lernen: Wer Grenzen setzt, passt gut auf sich auf!

Nein ist eine klare Aussage, die ganz selbstverständlich sein sollte. Jeder Mensch macht das auf seine Art, Ihre ganz persönliche finden Sie hoffentlich bald. Passen Sie auf sich auf, nehmen Sie Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellung ernster als die der anderen. Sagen Sie „Ja“ zu sich selbst, das klare Nein ist eine selbstverständliche Folge

Es gibt zahlreiche Gründe, nicht Nein zu sagen, es gibt unendlich viele, es doch zu tun. Ausreden zu finden ist leicht, doch wer sich auf den Weg des Neinsagens begibt, sollte sie hinterfragen.

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