Klaviatur der Kommunikation

Aus einzelnen Tönen entstehen Melodien, Akkorde und Harmonien. Auf der Klaviatur der Kommunikation ist viel möglich. Üben wir regelmäßig und verinnerlichen gewisse Spielregeln, dann entstehen Dialoge, die wirklich gut sind, verspielen wir uns, sind wir selbstverständlich weise genug, um nicht das Instrument aus dem Fenster zu schmeißen, sondern an uns zu arbeiten. So weit die Theorie.



C, D, E, F, G, A und H, Zwischentöne folgen später. Fangen wir an mit der Tonleiter, erst die rechte Hand:


C wie Chance
Jeder Konflikt ist eine Chance. Oft haben wir diesen Ton schon gehört und im Nachklang, wenn das Instrument schon längst schweigt, stimmen wir dem manchmal zu. Konflikte sind Möglichkeiten, wir können sie nutzen, wir können es auch lassen und gar nicht wenige Konfliktsituationen dienen dazu, uns kurz an die eigene Grenze zu bringen, damit wir dann froh sind, die Situation halbwegs überstanden zu haben. Gut und verständlich. Dann, einige Monate später, werden wir uns vielleicht erinnen und etwas erkennnen, um die Erkenntnis zu nutzen und eine neue Melodie einzustudieren. Vielleicht, denn wir müssen das nicht. Wir können unsere gewohnte Leier fortsetzen, niemand hindert uns daran, ob es unseren Ohren gefällt, ist dabei gar nicht wichtig, mindestens unser Gehirn freut sich, dass es keine Extra- Meile gehen muss.


D wie Demut
Na, ist dieser Begriff bei Ihnen positiv besetzt? Viele Menschen mögen das Wort Demut nicht, verbinden mit ihm Negatives. Schade, irgendwie. In dem Wort steckt Mut, den es manchmal bedarf, um Demut zu leben, zu spielen und den Ton zu treffen. Demut bedeutet den Hochmut links liegen zu lassen. Eben nicht zu denken, dass man selbst so viel besser, klüger und toller ist, eben nicht zu denken, dass der andere eh ein bisschen blöd ist. Demut heißt auch, den Gesprächspartner zu akzeptieren, das aber geht nur, wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind und - schwupp- sind wir bei Selbstakzeptanz. Ein sperriges Wort für eine wunderbare Eigenschaft. Also zurück zum Anfang: D wie Demut. Nutzen wir diese Taste, gewinnen wir nicht nur einen besonderen Ton, sondern wir verlieren gleichzeitig ein bisschen unsere eigene Arroganz.


E wie Erlernen
Gehen wir davon aus, nur so zum Spaß, dass wir niemals ein Instrument zu 100% beherrschen, können wir diese Spielregel sehr sicher auch auf unsere Kommunikation anwenden. Sehr selten machen wir alles richtig, spielen oft falsch, manchmal nur einen Ton, manchmal das ganze Lied. Oft entscheidet die eigene Tagesform, manchmal Gesagtes des Gegenübers, nicht selten eine furchtbare Kombination. Leisten wir uns den Luxus zu erkennen, dass wir immer wieder lernen, mit jedem Spiel verfeinern, neue Möglichkeiten finden, um am nächsten Tag alles über Bord zu werfen. Schon sind wir bei:


F wie Freiheit
Die große weite Welt, Möglichkeiten ohne Ende, Wege, so weit das Auge reicht, Millionen von Melodien, die noch nicht geschrieben wurden. Genug geträumt und aufgewacht, den Blick auf die Noten gerichtet. Freiheit wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Alternativen auswählen und entscheiden zu können. Lesen Sie den Satz gerne erneut, denn Sie haben die Qual der Wahl, was schon mit dem C begann und oft dort auch endet- oder wieder anfängt. Niemand zwingt uns, kein Plastik zu verwenden, niemand zwingt uns, über den Klimawandel nachzudenken und ganz vielleicht liegt genau dort das Problem, denn wohin es uns gebracht hat, erleben wir momentan alle mit. Freiheit bedeutet auch, ohne Zwang etwas zu tun, von dem wir glauben, dass es richtig ist. Schon landen wir bei den eigenen Werten, der eigenen Moral, den eigenen Bedürfnissen. Zu viel Zwischentöne für das F, das für Freiheit steht, das wir spielen wollen, aber oft kläglich versagen. S wie Selbstführung - wo bringen wir das nur unter?


G wie Glück
Glück ist eine Entscheidung. Mögen Sie diesen Gedanken? Vielleicht rappelt es gerade in Ihem Leben - Verzeihung, falsches Bild- also, vielleicht ist die Melodie, die Sie momentan hören, nicht die, die Sie bevorzugen und Sie finden, dass Glück keine Entscheidung sondern ein Zustand ist, der Ihnen womöglich gerade verwehrt wird? Was wäre denn, wenn Sie sich jetzt dennoch für das Glück entscheiden, einfach so, weil Sie es können, weil Sie es wollen, weil Sie neugierig sind? Die Konflikte lösen sich dadurch nicht? Nein, meistens nicht. Aber wer sagt uns denn, dass das Glück nicht neben dem Konflikt stehen kann? Wer sagt uns denn, dass wir nicht glücklich einen Konflikt lösen können? Vielleicht sogar glücklich sind, dass wir den Konflikt haben, weil wir endlich klären können, was eh in der Vergangenheit nicht mehr funktionierte? Was ist Glück überhaupt? Sind Sie sicher, dass Glück keine Entscheidung ist? Die Klaviatur der Kommuniaktion zu beschreiben heißt übringes nicht, alles erklären zu können, das nur für den Fall, dass Sie gerade enttäuscht sind, weil Sie keine Antworten lesen. Aber vielleicht haben Sie gerade einige für sich gefunden? :)


A wie Achtsamkeit
In meiner Blubberblase ist dies ein Wort, das momentan für viele gewünschte Zustände herhalten muss. Ein Modewort, das viele Menschen schreiben und sagen, wenige es wirklich leben. Achtsam reden, achtsam mit sich sein, achtsam essen, achtsam essen, achtsam lauschen. Ja, es liest sich im täglichen Trubel wirklich nicht so prickelnd, vielleicht ist es eine gute Idee, es einfach nur zu sein. Widmen Sie dem letzten Halbsatz erneut Ihre Aufmerksamkeit, bitte. Danke, sehr achtsam von Ihnen! <3


H wie Haltung
Haltung benötigt Anwesenheit, dazu bedarf es der Achtsamkeit - jetzt wird es herausfordernd. Wenn Sie kein Mensch sind, der sein Leben verschläft, dann haben Sie sich bereits mehr als eine Minute in Ihrem Leben selbst hinterfragt. Und hoffentlich Antworten gewinnen können. Haltung ist die innere Einstellung eines Menschen, die das Denken und Handeln beeinflusst. Und das ganz besonders in schwierigen Situationen und Gesprächen. Bleiben wir uns also selbst positiv gesonnen, sonst klappt das mit dem leichten Spiel auf keinen Fall, das aber ist das Ziel. Dass das Arbeit und Übung erfordert, liegt auf der Hand. S wie Selbstdisziplin, die S wie Selbstführung benötigt- schon wieder dieses S, wohin nur damit?

P.S.: Ach ja, was das S betrifft. Klaviatur kommt von clavis- und bedeutet: Schlüssel, so ein Zufall. :)


Tonleiter linke Hand, Zwischentöne, Harmonien und der Notenschlüssel, demnächst dazu mehr.

Kirstin Nickelsen
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Kirstin Nickelsen, Wirtschafstmediatorin, Business-Coach und Autorin aus Hamburg.