Nein sagen. Ganz selbstverständlich.

Nein sagen ist für viele Menschen eine große Hürde. Früh wurde ihnen beigebracht ja zu sagen, zu gehorchen, zu funktionieren und die eigene Meinung nicht stark und klar zu vertreten.

Nein sagen. Klar und selbstverständlich.

Das halbherzige Ja
Das halbherzige Ja

Wer nicht klar nein sagen kann, sagt auch nur halbherzig ja. Weil er es

  • nicht anders gelernt hat,
  • glaubt, nicht mutig genug zu sein,
  • die (Arbeits-) Beziehung nicht riskieren möchte,
  • meint, nicht anerkannt zu werden, wenn er eine Bitte ablehnt.

Das Ziel ist nun nicht, sich zu einem notorischen Neinsager zu entwickeln. Vielmehr steht hinter jedem Nein ein sehr starkes Ja. Das Nein ist die Rückseite der Münze, auf der Ja steht.  Wer Nein sagen möchte, tut gut daran, sich immer auch die Rückseite der Medaille anzusehen. Ein Nein ist am Anfang des Weges oft eine große Hürde, mit vielen negativen Glaubenssätzen und vielleicht auch Erfahrungen verbunden.

Ja zum Nein. Selbstachtung statt Harmoniesucht.
Abb. aus meinem Buch „Ja zum Nein. Selbstachtung statt Harmoniesucht“

Das Bild der Ja-Nein-Münze verdeutlicht, dass es ein starkes Ja niemals ohne ein klares Nein gibt. Das Nein ist daher eine logische Konsequenz des Jas.

Ein klares Nein beinhaltet immer auch ein starkes Ja!

 

Nein sagen: Übungen, damit es noch viel besser klappt!

Wenn Sie in einer Situation nein sagen möchten, dann können Sie sich zunächst fragen:  Wozu sage ich jetzt ja?

Wenn z.B. der Zusatzauftrag am Freitag bei Ihnen vor der Tür steht, überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Wochenende verbringen wollen, was ist Ihnen wirklich wichtig? Wozu sagen Sie ja? Erst wenn Sie das wissen, drehen Sie die Medaille um und sehen so, wozu Sie zwangsläufig und selbstverständlich nein sagen.

Liest sich leicht, kann es sein, muss es aber nicht. Wichtig ist, dass Sie anfangen, sich um sich selbst zu kümmern, Ihre Grenzen, Ihre Haltung, Ihre Werte nicht nur zu kennen, sondern auch zu äußern. Kein Weg, den man von jetzt auf gleich und ganz nebenbei geht, aber einer, der sich sehr sicher lohnt.

Machen Sie das, was richtig ist, nicht das, was leicht ist!

Nein sagen lernen: Ja zum Nein

Nein sagen lernen: Ja zum Nein
Nein sagen lernen: Ja zum Nein, Kirstin Nickelsen, Springer Verlag

Nein sagen. Grenzen setzen. Selbstachtung statt Harmoniesucht. Mein Buch „Ja zum Nein“ erschien mittlerweile in der zweiten Auflage im Springer Verlag. Lernen Sie anhand vieler praktischer Übungen, wie Sie klar und selbstverständlich ein Nein kommunizieren, Grenzen setzen, Mut finden und Klarheit gewinnen.

 

 

 

 

Nein sagen: die größten Hürden

Menschen, die schlecht nein sagen können, haben Ängste, Sorgen und Bedenken, die meist aus einer Aneinanderreihung unterschiedlicher Erlebnisse entstanden sind und nicht selten ihren Ursprung in der Kindheit haben. Ein Nein wird den wenigsten Kindern beigebracht und sie lernen schnell, dass ein Ja immer besser es, ein Funktionieren meist gelobt wird.

  • Machen Sie sich klar, woher Ihre Ängste und Sorgen kommen. Klären Sie für sich diese Situationen, was oft mit einem Externen sehr viel besser klappt, als in den eigenen Gedankenspiralen zu bleiben.
  • Holen Sie sich Unterstützung: Eine Freundin, eine Arbeitskollegin, einen Menschen, dem Sie vertrauen und arbeiten Sie gemeinsam an dem Thema des Neinsagens.
  • Fangen Sie klein an. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man anfangen kann: Beim Metzger, an der Supermarktkasse, bei Menschen, die keine wichtige Rolle für und im eigenen Leben spielen. Entwickeln Sie eine Routine, schaffen Sie neue Erfolgserlebnisse, so lernen Sie, dass ein Nein wenig bis keine Auswirkungen hat. Wenn doch, fragen Sie sich, ob Sie diese Menschen wirklich in Ihrem Leben haben möchten oder ob Sie Energievampire vielleicht besser verbannen.

 

 

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  • „Ja zum Nein“ von Kirstin Nickelsen erschien im März 2017 in der zweiten Auflage im Springer Verlag.

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